Projekt

Der Stadtpark in Dietikon soll doch aufgewertet werden

Solch triste Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören: der Stadtpark Kirchhalde zwischen Altersheim, Ortsmuseum und reformierter Kirche.

Solch triste Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören: der Stadtpark Kirchhalde zwischen Altersheim, Ortsmuseum und reformierter Kirche.

Nach der Abstimmungsniederlage plant der Stadtrat nun ein günstigeres Projekt für die «Kirchhalde».

Selten zuvor hatte man in Dietikon so emotional über eine Wiese diskutiert: Der Abstimmungskampf um die Sanierung des Stadtparks Kirchhalde wurde vor eineinhalb Jahren zuerst zum politischen Kräftemessen – und dann zum Debakel für den Stadtrat. Nachdem dieser im Vorfeld weite Kreise konsultiert hatte und schliesslich der Ansicht war, mit dem «Generationenpark» ein mehrheitsfähiges Projekt vorzulegen, goutierte das Stimmvolk das Preisschild von fast 3 Millionen Franken nicht: Mit 62 Prozent Nein-Stimmen erteilte es der Vorlage an der Urne im September 2013 eine deftige Abfuhr.

Günstiger, weniger umfangreich

Danach war lange Zeit unklar, ob der marode Park zwischen Altersheim, Ortsmuseum und reformierter Kirche in den nächsten Jahren doch noch aufgewertet wird. Zwar waren sich fast alle Parteien einig, dass irgendetwas getan werden muss. Weniger einig war man sich über die Kosten und darüber, was genau denn getan werden soll. Der Stadtrat selber hielt sich lange bedeckt und wollte nicht sagen, ob ein neues Projekt in Betracht gezogen wird. Nur so viel: Es sei eine Möglichkeit.

Jetzt ist klar: Der Stadtrat will ein neues Projekt. Stadtpräsident Otto Müller (FDP) bestätigt auf Anfrage, dass eine Sanierung geplant ist, die weniger umfangreich, dafür günstiger ist. Im Finanzplan sind dafür 1,5 Millionen Franken eingestellt – womit der Kredit in die Zuständigkeit des Parlaments fiele. Ob der ganze Betrag beansprucht werde, sei abhängig vom Projekt, sagt Müller.

Die Planungsarbeiten beginnen noch dieses Jahr, mit einer Vorlage ist jedoch erst nächstes Jahr zu rechnen. Laut Müller ist die Umsetzung für die Jahre 2016 und 2017 vorgesehen. Bereits im letzten Jahr saniert wurden die Spielwiese und die Skateranlage. Nach wie vor pendent ist der Rückbau der Baupiste, die für den Bau der Altersresidenz benötigt worden ist. Sie werde dieses Jahr zurückgebaut, sagt Müller. Ebenfalls dieses Jahr sollen die alte Toilettenanlage ersetzt und die Betonplastik von Josef Staub saniert werden.

Die Pläne der Stadt stossen bei den Dietiker Gemeinderäten generell auf Zustimmung. Die Fraktion der SP und AL, die damals am vehementesten für die Sanierung kämpfte, ist erfreut, wie Fraktionspräsident Sven Koller sagt: Es sei schön, dass Dietikon wohl doch noch einen Stadtpark erhalte, «der diesen Namen verdient». Zudem sei es nach dem Nein der Stimmbevölkerung richtig, das Projekt zu redimensionieren – solange es nicht zu einem Alibi-Projekt werde. «Dietikon muss in seine Lebensqualität investieren, um seine Attraktivität als Wohnort und Lebensmittelpunkt zu steigern», so Koller. Das sieht auch die EVP so: Eine Aufwertung des öffentlichen Raums könne sich nur positiv auf Dietikon auswirken, sagt Fraktionschefin Christiane Ilg-Lutz. Unterstützung gibt es auch von der CVP. Eine Sanierung sei wichtig, sagt Fraktionschef Gabriele Olivieri: «Wir sind auf neue Ideen gespannt und legen Wert darauf, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.»

«Ein zu grosser Brocken»

Der Handlungsbedarf sei «klar ausgewiesen», sagt FDP-Fraktionspräsident Martin Romer: «Der aktuelle Zustand des Parkgeländes gleicht einem Loch.» Die FDP habe das letzte Projekt mitgetragen und werde auch das neue Projekt mittragen, so Romer. Zwar sei die finanzielle Lage Dietikons bedenklich, trotzdem dürfe die Stadt nicht an Attraktivität verlieren: «Sparen ja, aber nicht totsparen.» Dass der Stadtrat den Park als wichtige Begegnungsstätte aufwerten wolle, sei begrüssenswert.

Etwas kritischer äussert sich die SVP, die das letzte Projekt bekämpft hatte. Zwar sei man nicht grundsätzlich gegen eine sanfte, kostengünstige Sanierung, sagt Fraktionschef Stephan Wittwer. Der Zeitpunkt sei aber ungünstig, da man mitten in der Gesamtverkehrsplanung sei, die auch Grünflächen und Begegnungszonen miteinbeziehe. Zudem seien 1,5 Millionen für die Kirchhalde «ein zu grosser Brocken»: «Ein Projekt, das zu überzeugen vermag, sollte für weit unter 1 Million möglich sein.» Ebenfalls abgelehnt wurde die letzte Vorlage von den Grünen. Deren Co-Präsident Samuel Spahn sagt nun, man begrüsse es generell, dass ein neuer Anlauf genommen werde: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Sanierung. Sie muss aber bedeutend günstiger sein.» Zudem lege man Wert darauf, dass die Nutzergruppen in den Prozess einbezogen werden.

Gar nicht begeistert ist DP-Gemeinderat Martin Müller: Für den Park
1,5 Millionen auszugeben, sei «nicht zielführend», sagt er: «Die Stadt hat sich aufs Notwendige zu beschränken, Wünsche liegen nicht drin.» Zustimmen könnte er einzig dem ersatzlosen Abbruch der maroden Toilettenanlage, so Müller. Alles andere führe lediglich zu Mehrarbeit im Unterhalt.

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