Es war am 25. Mai 2013, als die Polizei im Dietiker Stadtzentrum um

22 Uhr einen heute 26-jährigen Schweizer festnahm. Der junge Mann hatte kurz zuvor eine Autolenkerin überrascht, die Türe des stehenden Fahrzeugs geöffnet und ihre Handtasche vom Beifahrersitz gestohlen. Der Diebstahl war kein Zufall: So hatte der Täter die Frau beobachtet, wie sie an einem Bancomaten 400 Franken bezogen hatte. Allerdings hatte der Langfinger Pech, da er später von einer Polizeipatrouille verhaftet wurde.

Die Ermittlungen ergaben, dass man mit dem Dieb einen gesuchten «Spray-Räuber» gefasst hatte. Wenige Stunden vorher hatte der Mann in der Eingangshalle eines Dietiker Mehrfamilienhauses eine Anwohnerin überfallen. Er sprühte ihr einen Reizstoff ins Gesicht und wollte der Geschädigten drei Taschen vom Arm reissen. Allerdings vergebens, da sie sich massiv wehrte. Es kam zu einem Gerangel, wobei die Frau eine Platzwunde erlitt. Dann suchte der Täter das Weite.

Täter war geständig

Nur eine Stunde später überfiel er in einem Treppenhaus einer benachbarten Liegenschaft eine zweite Frau. Auch ihr sprühte er den Reizstoff ins Gesicht und entriss ihr die Handtasche. Erneut ohne Erfolg, da das Opfer dem Dieb nacheilte und seine Tasche zurückeroberte. Der Räuber scheiterte nicht immer. So hatte er am 12. Mai 2013 in der Unterführung des Bahnhofs Dietikon eine Frau mit dem Spray überfallen und ihr die Handtasche entrissen.

Nun stand der junge Mann vor dem Bezirksgericht Dietikon und legte ein umfassendes Geständnis ab. Neben den Raubtaten stand auch ein schwerer Verkehrsunfall zur Debatte. Demnach hatte er am 27. August 2012 am Abend sein Auto über die Bernstrasse in Richtung Dietikon gelenkt. Dabei verlor er die Herrschaft über das Lenkrad, geriet auf die Gegenfahrbahn, wo er in ein korrekt entgegenkommendes Fahrzeug hineinkrachte. Dabei erlitt die unschuldige Automobilistin einen Lendenwirbelbruch, schwere Brustprellungen sowie ein Schleudertrauma. Die auf dem Rücksitz befindliche Freundin des Beschuldigten wurde ebenfalls schwer verletzt. Unschön war, dass der Mann die Schuld für die Kollision wahrheitswidrig seiner Freundin in die Schuhe schob. Erst später gab er zu, gefahren zu sein.

Da der noch inhaftierte Beschuldigte vor Gericht alles eingestand, kam es zu einem kurzen Prozess. Er wurde wegen falscher Anschuldigung, fahrlässig schwerer Körperverletzung, groben Verkehrsdelikten, Raubes, mehrfachen Raubversuchs, mehrfachen Diebstahls, Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie wegen Zechprellerei anklagegemäss zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten sowie 1000 Franken Busse verurteilt. 15 Monate der Strafe soll er absitzen. Da er bereits 355 Tage verbüsst hat, sollte der Limmattaler in drei Monaten wieder freikommen.