Aesch
Der Spatenstich erfolgt im kommenden Februar

Dank grosszügigen Legaten kann eine Stiftung an bevorzugter Lage rund 19 Alterswohnungen bauen. Im kommenden Februar gehts mit dem Bauen los.

Flavio Fuoli
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Limmattaler Zeitung

Mitte 2012 sollen die 19 Alterswohnungen schon bezugsbereit sein. Die Stiftung «Wohnen im Alter Aesch» erhielt am 19.Oktober die Baubewilligung und regelte am 18.November dieses Jahres die Finanzierung mit der Raiffeisenbank. Dies erklärte Jakob Hofstetter, alt Gemeindepräsident und Präsident der Stiftung gegenüber der az Limmattaler Zeitung. Die Wohnungen sollen westlich der Hornstrasse zu liegen kommen, einen gehobenen Ausbaustandard vorweisen und zu marktüblichen Mieten angeboten werden.

Alterswohnungen sind in Aesch ein Dauerthema. Bereits in den 90er-Jahren beschäftigte sich der Gemeinderat damit. Die Gemeinde führte 2004 zusammen mit Birmensdorf diesbezüglich die Studie Wiaba «Wohnen im Alter Birmensdorf/Aesch» durch. Durch die Kündigung der Altersheimplätze in Urdorf wurde die Frage nach stationären Pflegeplätzen indes vordringlich. Inzwischen entsteht in Birmensdorf ein Alterszentrum für beide Gemeinden. Vorgestern wurde der Grundstein gelegt (siehe az Limmattaler Zeitung von gestern).

Grosszügige Spender

2005 erhielt die Gemeinde eine halbe Million Franken für Alterswohnungen durch einen Aescher Einwohner, der hier nicht genannt werden will. Mit dem Geld gründete die Gemeinde die Stiftung. 2009 erhielt die Gemeinde weitere finanzielle Unterstützung. Die verstorbenen Claire und Walter Hippenmeyer-Schneider hinterliessen einen grossen Teil ihres Nachlasses in Form einer Stiftung der Gemeinde Aesch. Der Zweck hier: Bau oder Kauf eines Altersheims oder von Alterswohnungen durch die Gemeinde unterstützen. Das Stiftungsvermögen beträgt 1,9 Millionen Franken.

Der ungenannt sein wollende Aescher Einwohner, der regelmässig beratend an den Sitzungen der Stiftung «Wohnen im Alter Aesch» teilnimmt, spendete angesichts der nahen Realisierung des Vorhabens eine weitere halbe Million Franken, sodass total 2,9 Millionen Franken zur Verfügung stehen.

Run auf eingezontes Land

Bei der Festsetzung der neuen Bau- und Zonenordnung wurden die Liegenschaften der Familie Rasi an der Hornstrasse eingezont. «Wir mussten es kaufen», erklärte Jakob Hofstetter, denn schon ein Tag nach der Gmeind waren die Spekulanten vor Ort. Grosszügigerweise habe die Familie Rasi das für die Alterswohnungen benötigte Land der Stiftung verkauft. «Es ist sehr gut gelegen, grenzt an der Landwirtschaftszone und liegt in der Nähe des Zentrums», schwärmt Hofstetter.

Auf der angrenzenden Parzelle wird zudem ein privater Investor sechs Familienwohnungen erstellen, was gemeinsame Infrastrukturen wie Zufahrt und Tiefgarage ermöglicht. Die Stiftung Hippenmeyer überliess in der Folge 1,5 Millionen Franken für den Kauf des Grundstücks für das Wohnen im Alter inklusive Erschliessungskosten. Mit dem Rest der Stiftung Hippenmeyer könnten weniger vermögende Leuten bei der Miete der Alterswohnungen unterstützt werden.

Zwei Häuser mit Tiefgarage

Die 19 Alterswohnungen werden in Grössen von 2,5 bis 4,5 Zimmern in zwei Häusern gebaut. Sie werden allesamt alters- und behindertengerecht gebaut. Eine gemeinsame Tiefgarage und ein Mehrzweckraum ergänzen das Projekt.

Über die Gesamtkosten schweigt sich der Stiftungsrat aus, dem neben Hofstetter auch Gemeinderätin Susanne Burla, Ursula Spillmann, ehemalige Gemeindeschreiberin, und Professor Dr. med. Urs Schmid angehören. Die Kosten liegen aber um 10 bis 15 Prozent über denjenigen beim normalen Bauen, verriet Stiftungspräsident Hofstetter. Nur so viel: Der unbekannte Spender gab nach seiner Millionenspende zusätzlich ein Darlehen von einer Million Franken.

Susanne Burla hält fest, dass die Gemeinde selbst keinen Rappen in den Bau der Häuser investiert habe. Der Bau sei zudem ein weiterer Stein im ganzheitlichen Alterskonzept von Aesch. Sie betont, dass es in Aesch kein «eng betreutes» Wohnen geben wird. Es werden jedoch Dienstleistungen vom neuen Alterszentrum in Birmensdorf bezogen werden können wie Spitex, welche für die gesamte Bevölkerung Dienstleistungen erbringt, oder zum Beispiel Mahlzeitendienst. Ein weiterer Ausbau sei denkbar. Anfang nächsten Jahres wird der Stiftungsrat die Einwohner Aeschs über die Alterswohnungen im Rahmen einer Info-Veranstaltung orientieren.