Schlieren
Der Sozialdienst Limmattal beging den Tag der offenen Tür im Pavillon des Mittagstischs

Der Mittagstisch am Stadtplatz könnte durch seine zentrale Lage die Bevölkerung sensibilisieren – denn der Sozialdienst Limmattal ist mehr als ein Mittagstisch. Seit 1994 engagiert sich der Zweckverband für die Limmattaler in verschiedenen Belangen.

Daniel Diriwächter
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Sozialdienst Limmattal
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Die Co-Leiterinnen Kathrin Gautschi und Rea Furrer vor dem Pavillon beim Stadtplatz.
Andrea Maurer und Anita Bauer leiten den Mittagstisch.

Sozialdienst Limmattal

Daniel Diriwächter

Seit drei Tagen prangt der Schriftzug Mittagstisch auf dem grünen Pavillon beim Schlieremer Stadtplatz und macht deutlich, dass der Sozialdienst Limmattal für das entsprechende Angebot ein neues Zuhause gefunden hat. Anfang August öffnete der Mittagstisch, der davor im Freizeithüsli untergebracht war, an der Zürcherstrasse seine Tore und am Donnerstag wurde der Tag der offenen Tür begangen, der nicht nur einen Blick in den Pavillon, sondern auch auf das gesamte Wirken des Sozialdienstes erlaubte.

«Die Lage mitten in Schlieren ist ideal», sagte Kathrin Gautschi, die mit Rea Furrer die Co-Leitung des Sozialdienstes Limmattal innehat. Nicht nur der Mittagstisch sei jetzt zentral zu erreichen, man könne nun auch die Bevölkerung mitten in Schlieren für die Arbeit des Sozialdienstes sensibilisieren. Deswegen habe sich der Tag der offenen Tür geradezu angeboten, so die Leiterinnen. Also liessen sie für den Anlass zusätzlich bunte Luftballons rund um den Pavillon anbringen, um möglichst viele Passanten und Interessierte zu erreichen.

Hand in Hand

Gegründet wurde der Sozialdienst Limmattal im Jahr 1994, damals als Verein und auf dem Höhepunkt der Zürcher Drogenkrise. Das erste Angebot war eine Alkoholberatungsstelle. Daraus sind mit den Jahren die heutigen Fachstellen hervorgegangen: die Suchtberatung, die Suchtprävention, das betreute Wohnen, die Arbeitsvermittlungsstelle Etcetera, das niederschwellige Arbeitsprojekt Jobbus, die Tagesfamilien, die Jugendberatung Blinker und der eingangs erwähnte Mittagstisch. Getragen wird der Sozialdienst, der heute ein Zweckverband ist, von den elf Gemeinden des Bezirks Dietikon.

Rund 30 Mitarbeitende sowie gut 20 Tagesfamilien sind beim Sozialdienst angestellt, wie es auf dessen Website heisst. Zusätzlich werden verschiedene Aushilfen beschäftigt sowie Praktikantinnen und Praktikanten ausgebildet. Entsprechend umfangreich gestaltete sich die Information am Tag der offenen Tür. «Alle acht Fachstellen sind wichtig und sie arbeiten oftmals Hand in Hand», so Furrer.

Die Bereichsverantwortlichen präsentierten am Anlass alle ihre Aufgaben in ungezwungenem Ambiente bei Kaffee und Kuchen. Unter ihnen auch Gabrielle Anhorn, psychologische Psychotherapeutin, die für die Jugendberatung Blinker arbeitet. «Die Palette der Themen, mit denen wir konfrontiert werden, ist breit. Sie handeln vom ersten Liebeskummer oder von Problemen in der Schule. Aber auch Gewalt im Elternhaus kommt vor», sagte Anhorn.

Damit Jugendliche das kostenlose Angebot kennenlernen und profitieren können, werden beispielsweise Besuche von Schulklassen aus der Region organisiert.

Für den Tag der offenen Tür organisierten Furrer und Gautschi auch eine Mittags- und eine Abendveranstaltung, an denen Vertreterinnen und Vertreter der Politik, sozialer Stellen oder der Jugendanwaltschaft sich ein Bild des Sozialdienstes machen konnten. «Es ist wichtig, dass wir von Zeit zu Zeit ein Update machen, weil auch an wichtigen Stellen immer wieder neue Personen arbeiten, die uns so kennenlernen können», so Furrer.

Es war daher ein volles Programm, das der Sozialdienst am Donnerstag anbot. Und es war auch ein ereignisreicher Tag für Anita Bauer und Andrea Maurer, welche gemeinsam den Mittagstisch leiten. Auch sie beide sind vom neuen Pavillon und dessen Lage angetan. Sie betonen, dass ihr Angebot weit mehr sei, als nur das Zubereiten einer warmen Mahlzeit für Menschen, die sich eine solche nicht leisten können. «Wir haben hier beispielsweise auch eine Abgabe von Kleidern und die Schweizer Tafel bietet bei uns Lebensmittel an», sagte Maurer. Das und sehr vieles mehr konnte man am Tag der offenen Tür über die Arbeit des Sozialdienstes Limmattal in Erfahrung bringen.