Limmattal
Der Sommer ist auch im Limmattal zu früh

Sommerliche Temperaturen und regenlose Tage prägen den April auch im Limmattal – für die Landwirte ist das aber kein Problem. Noch nicht, jedenfalls.

Fabian korn
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Blick auf ein Feld im Limmattal

Blick auf ein Feld im Limmattal

Limmattaler Zeitung

«April, April, der macht, was er will», heisst eine Bauernregel, welche dieses Jahr ganz besonders zuzutreffen scheint. Fiel letztes Jahr teils gar noch Schnee, kann man dieses Jahr auf einen bisher sehr heissen April zurückblicken. So heiss, dass manchem Bauer wohl der Spass am schönen Wetter vergehen mag.

Kälte wäre schlimmer als Hitze

Ganz im Gegenteil, wie mehrere Limmattaler Landwirte erklären. Urs Stierli, Urdorfer Bauer, sieht bis jetzt noch keine Probleme mit dem heissen und trockenen Aprilwetter. Das Getreide wachse gut und auch die Bäume hätten durch die tiefen Wurzeln noch genügend Wasser. «Ein grosses Problem hingegen wäre», so Stierli, «wenn es nochmals sehr kalt würde und der Boden dadurch gefriert.» Er sei jedoch froh, dass es in der letzten Woche etwas Regen gegeben habe. Dies geschah jedoch nur sehr spärlich und laut Wetterprognosen soll es auch noch eine Zeit lang trocken bleiben.

Unvorbereitete Bienen

Auch Ruth Haug, Rebbäuerin in Weiningen, hat keine Bedenken bezüglich des heissen und trockenen Wetters. Für sie wäre eine mögliche Frostperiode ebenfalls das viel grössere Übel. «Durch die Hitze sind die Reben gut gewachsen, wodurch eine allfällige Kälte umso mehr wieder zerstören könnte», sagt Haug. Bis zu den Eisheiligen dauere es schliesslich noch einen guten Monat (siehe Kasten). Hitze mache den Reben aber nichts, den langen Wurzeln sei dank.

Josef Bruhin vom Familiengartenverein Dietikon hingegen betrachtet den verfrühten Sommeranbruch mit Skepsis. «Die Vegetation ist mindestens zwei Wochen voraus», so Bruhin. Dies könne zu Komplikationen führen, da zum Beispiel die Bienen noch nicht bereit seien und die Pollen dadurch gar nicht verteilt würden. Auch er sieht das Hauptrisiko darin, dass die Temperaturen wieder sinken könnten. Denn so würden die Pflanzen erfrieren, was die diesjährige Gartensaison bereits im Frühling beenden würde. «Für unsere Beete ist das nicht so schlimm, da wir sie mit einem Vlies abdecken können, bei Bäumen sieht es allerdings anders aus», sagt Bruhin weiter. Und wenn es mal nicht regne, müsse einfach umso mehr gegossen werden.

Noch ist der April allerdings nicht vorbei und eine andere Bauernregel besagt schliesslich: «Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.» War es letzte Woche wieder etwas kälter und zeitweilig nass, ist es diese Woche bereits wieder sommerlich warm. Glaubt man dem Sechseläuten Böögg, so soll das auch den Sommer durch so bleiben.