Noch ein Spiel haben die Birmensdorfer in dieser Saison vor sich. Am Sonntagmorgen empfangen sie Kilchberg-Rüschlikon. Eine Partie, die für die Limmattaler bedeutungslos geworden ist. Birmensdorf steht abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Seit längerem steht fest, dass die Limmattaler in die 4. Liga absteigen.

Für die Birmensdorfer war es eine äusserst schwierige Saison. Von 21 Partien haben sie keine einzige gewinnen können, nur zwei Unentschieden konnten die Limmattaler holen. Insgesamt kassierten sie rekordverdächtige 108 Gegentore, also über fünf Tore im Schnitt. Allein in den letzten drei Partien mussten sie 19 Gegentreffer wegstecken. Tiefpunkt allerdings war die 0:10-Pleite gegen Wollerau in der Hinrunde.

Dass die Birmensdorfer diese Saison Mühe haben würden, zeichnete sich schon vor der ersten Runde ab. Die Mannschaft wurde auf diese Spielzeit hin komplett verändert. Die Spieler aus der Vorsaison, die den sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Liga verpasst hatten, gingen weg, ebenso wie Trainer Antonio Caputo. An ihre Stelle traten die A+-Junioren – eine Massnahme, die dem Verein wieder zu mehr Identifikation mit den Birmensdorfer Fans verhelfen soll. Der Verein selbst teilte vor der Saison mit, man sei sich bewusst, dass man mit diesem Schritt einen allfälligen Abstieg in Kauf nehme.

Da man mit diesem Szenario gerechnet hat, hält sich die Enttäuschung über den Abstieg in Grenzen. «In erster Linie sind wir stolz auf unsere Mannschaft», sagt Roger Gemperle, Präsident des FC Birmensdorf. «Es war für sie nicht einfach, ins kalte Wasser geworfen zu werden, und niemand wusste genau, was uns da erwartet.»
Natürlich habe man die Hoffnung gehegt, es im Abstiegskampf möglichst lange spannend machen zu können. «Leider war es so, dass das Gefälle zwischen unserer Mannschaft und den anderen Teams einfach zu gross war», so Gemperle.

Verstärkungen noch ungewiss

Dennoch will man das Konzept mit den Junioren in der ersten Mannschaft weiterführen. «Trotz Abstieg sind wir nach wie vor überzeugt, dass dies für den Gesamtverein FC Birmensdorf das Beste ist», sagt Gemperle. Dennoch glaubt auch der Präsident, dass man den Ligaerhalt allenfalls hätte schaffen können, wenn man in der Abwehr, im Mittelfeld und im Sturm je einen erfahrenen Spieler gehabt hätte.

Ob man die Mannschaft auf kommende Saison hin verstärkt, ist derzeit allerdings noch unklar. «Wir sind aktuell an der Evaluierung betreffend unserer Aktivmannschaften», sagt Gemperle. «Sicher ist, dass wir mit zwei 4.-Liga-Teams und einer A+-Junioren-Mannschaft in die neue Saison gehen werden.» Entsprechend gibt er sich auch vorsichtig, was das Thema Wiederaufstieg anbelangt. «Wir gehen von einem längeren Prozess aus», sagt Gemperle. «Das Ziel in der nächsten Saison wird es in erster Linie sein, dass die Spieler aus der ersten Mannschaft zum Siegen und dementsprechend auch zur Freude und zum Spass zurückkehren. Wir wollen diesen jungen Spielern die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln.»

Situation wichtiger als Erfolge

Überhaupt sei die Situation des Vereins aktuell wichtiger als die kurzfristigen sportlichen Erfolge der ersten Mannschaft. «Mein persönliches Ziel ist es, dass ich den FC Birmensdorf an der GV 2019 in einem finanziell gesunden Zustand übergeben kann und man damit was Längerfristiges aufbauen kann», so Gemperle. «Hier sind wir dank unserer Sponsoren auf einem guten Weg.»