Oetwil
Der Seniorenrat sucht nun Sponsoren für private Buslinie

Die Idee einer privaten Buslinie zwischen Oetwil und Würenlos nimmt Form an. Der Seniorenrat hat bereits verschiedene Offerten für Kleinbusse eingeholt, eine Budgetplanung gemacht und überlegt, an welchen Wochentagen der Busbetrieb sinnvoll wäre.

Meret Michel
Drucken
Der Seniorenrat von Oetwil-Geroldswil: Doris Bortolani, Nelli Schmid und Rico Maistrello.

Der Seniorenrat von Oetwil-Geroldswil: Doris Bortolani, Nelli Schmid und Rico Maistrello.

AZ

Zu Zeiten, als die Postkutsche Hochkonjunktur feierte, dauerte die Reise von Oetwil an der Limmat ins benachbarte Würenlos vermutlich nur einige Minuten – schliesslich grenzt die Limmattaler Gemeinde an die Aargauer Gemeinde an. Heute reist man deutlich länger mit dem öffentlichen Verkehr: 51 Minuten dauert die Fahrt mit Umsteigen in Dietikon und Killwangen.

Das zu ändern hat sich nun der Seniorenrat Oetwil zur Aufgabe gemacht. Seit September 2012 verfolgt er die Idee einer privat betriebenen Busverbindung. Denn das Interesse in der Bevölkerung daran ist belegt: Laut einer Umfrage des Seniorenrats befürwortet eine grosse Mehrheit das Projekt und würde die Busverbindung auch gerne nutzen.

«Die Leute in den Gemeinden rechts der Limmat sind stark verbunden mit dem benachbarten Aargau», erklärt Nelli Schmid vom Seniorenrat. «Viele fahren nach Würenlos, um beispielsweise im Sommer die Badi zu besuchen.» Dass man den Weg zwangsläufig mit dem Auto zurücklegen muss, sei für viele mühsam. «Besonders betroffen sind Senioren, die selber nicht mehr Auto fahren. Aber auch Mütter wären durch eine Busverbindung entlastet.»

Die Idee einer direkten Busverbindung ist nicht zum ersten Mal auf dem Tisch: Bereits vor zehn Jahren prüfte die Gemeinde Oetwil diese Möglichkeit. Als damals der Wunsch nach einer Busverbindung ins Industriegebiet Silbern aufkam, schien es naheliegend, diese bis nach Würenlos auszuweiten. Das Projekt wurde allerdings rasch wieder verworfen: Zu teuer sei die Umsetzung, hiess es vonseiten der Zürcher Verkehrsbetriebe. Schmid versteht zwar, dass das Projekt einer öffentlichen Buslinie damals aus finanziellen Gründen nicht umsetzbar war. «Eine private Variante wurde allerdings nie überprüft», so Schmid.

Auch heute noch räumt Schmid einer öffentlich finanzierten Buslinie wenig Chancen ein. Statt auf die öffentliche Hand zu warten, ging sie das Projekt lieber selbst an: Der Seniorenrat holte verschiedene Offerten für Kleinbusse ein, machte eine Budgetplanung und überlegte, an welchen Wochentagen der Busbetrieb sinnvoll wäre.

Für das gesamte Projekt rechnen die Initianten mit einem Kostendach von rund 30 000 Franken. An drei Tagen unter der Woche soll der Bus kursieren, jeweils am Morgen und am Nachmittag. Finanzieren will man das Ganze mit privaten Sponsoren. «Vergangenes Wochenende haben wir 120 Sponsorenanfragen abgeschickt.» Die Hoffnung ruht vor allem auf ortsansässigen Firmen und grosszügigen Anwohnern. Ob das Projekt zustande kommt, hängt davon ab, ob genügend Sponsoren gefunden werden können. «Im Moment heisst es abwarten», sagt Schmid.

Aktuelle Nachrichten