Schlieren
«Der Schulraum soll dank diesen Massnahmen bis 2015 ausreichen»

Während in den Schlieremer Schulen Platznot herrscht, hat die "International School Zurich West" zu wenige Schüler. Albert Schweizer, Standortförderer und Leiter des Bereichs Liegenschaften der Stadt, erklärt im Interview, wie es dazu kommt.

Florian Niedermann
Merken
Drucken
Teilen
New Tech

New Tech

Limmattaler Zeitung

Herr Schweizer, was bedeutet der vorübergehende Wegzug der «International School Zurich West» - ISZW - für den Standort Schlieren?

Albert Schweizer: Als Standortförderer bedauere ich sehr, dass die Nachfrage nach einer internationalen Schule im Limmattal noch nicht ausreichend vorhanden ist. Ich bin aber überzeugt, dass sich die Nachfrage nach einer internationalen Schule im Limmattal positiv entwickeln wird.

Der Schwestercampus der ISZW in Wallisellen zählt bereits 200 Schülerinnen und Schüler. Was fehlt Schlieren, dass die Schule hier nicht auf Interesse stösst?

Ein solcher Erfolg wurde in Wallisellen möglich, weil dort mehr internationale Firmen ihren Sitz haben. Auch in Bezug auf die Kaufkraft hinkt das Limmattal etwas hinten nach. Die Standortförderung wird aber alles tun, damit sich internationale Unternehmen hier ansiedeln.

Im Gegensatz dazu leiden die städtischen Schulen unter Platznot. Was tut die Stadt dagegen?

Bis zur voraussichtlichen Fertigstellung des neuen Schulhauses Schlieren West 2015 werden Räumlichkeiten zugemietet. Diese befinden sich im Gebäude der ISZW und in der ehemaligen Schwesternschule «Theodosianum». Ausserdem werden zwei modulare Pavillonbauten für den Kindergarten und die Randzeitenbetreuung errichtet. Diese Provisorien sollen bis zum Beginn des Schuljahres 2012/13 zur Verfügung stehen. Und schliesslich wird auch ein Provisorium im Raum Hofacker für Mittagstisch-Nutzungen geprüft.

War diese Raumknappheit angesichts des schnellen Bevölkerungswachstums nicht vorauszusehen?

Doch. Die Schulraumplanung 2005 hat ergeben, dass bis zum Bezug der neuen Schulanlage der benötigte Schulraum anhand der definitiven Schülerzahlen jährlich neu bereitgestellt werden muss. Der Stadtrat hat nun Anfang Mai für die Infrastruktur eine gebundene Ausgabe von 656 000 Franken und für Mieten 512 940 Franken bewilligt.

Ist damit das Problem gelöst?

Die bestehende Planung ist auf den Zeithorizont bis 2015 ausgerichtet. Wir gehen davon aus, dass der Schulraum dank den getroffenen Massnahmen bis dann ausreichen wird.

Die Stimmbürger werden im Frühjahr 2013 über das Projekt Schulhaus Schlieren West abstimmen. Bis wann wird der Schulraum voraussichtlich ausreichen, im Fall dass das Schulhaus gebaut wird?

Mit dem Schulhaus Schlieren West wird das Bedürfnis der vom Volk in den 90er-Jahren abgelehnten Schulanlage Färberhüüsli und des jüngsten Bevölkerungswachstums gedeckt. Für die Planung weiterer Schulinfrastruktur wurden in der Finanzplanung 2014 bis 2016 jährlich 800 000 Franken eingestellt. Ausserdem laufen erste Standortüberprüfungen für zusätzlichen Schulraum, der etwa ab 2020 zur Verfügung stehen sollte.