Schlieren

Der Schlieremer Stadtrat koppelt Kredit für Asylheim mit Erweiterung Werkhof

Hier an der Bernstrasse 72, unmittelbar neben dem Schlieremer Werkhof, soll die neue Asylunterkunft gebaut werden. fni

Hier an der Bernstrasse 72, unmittelbar neben dem Schlieremer Werkhof, soll die neue Asylunterkunft gebaut werden. fni

Ein Baukredit für eine Asylunterkunft auf dem Werkhof-Areal und die Kreditvorlage für die Erweiterung des Werkhofs kommen gleichzeitig an die Urne. Die Stadt will so Synergien nutzen und die beiden Projekte aufeinander abstimmen.

Der Stadtrat legt dem Parlament einen Baukredit in der Höhe von rund 2,8 Millionen Franken zur Genehmigung vor. Damit will er auf dem westlichen Teil des Werkhofareals an der Bernstrasse eine Asylunterkunft für 48 Personen errichten. Gleichzeitig soll die Legislative über eine Kreditvorlage über weitere 2,4 Millionen für die Erweiterung des Werkhofs befinden können. Der Grund: Die Stadt will die beiden Projekte aufeinander abstimmen, um Synergien bei ihrer Umsetzung nutzen zu können, wie Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) sagt. «Der Werkhof hätte in den nächsten zwei bis drei Jahren ohnehin erweitert werden müssen.» Einige Teile der Anlagen stammen noch aus dem Jahr 1970 und mögen den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen, wie sie erklärt.

48 Betten auf zwei Geschossen

Das Projekt des Stadtrats für die Asylunterkunft sieht einen zweigeschossigen Modulbau mit Flachdach, aufgeteilt in zehn Wohnungen, vor. Die Stadt habe sich bei der Planung unter anderem an der Unterkunft in Urdorf orientiert und mit der Asylorganisation AOZ zusammengearbeitet, die mit der Betreuung der Schlieremer Asylsuchenden betraut ist, sagt Stiefel: «Es ist kein Luxusprojekt, aber es soll auch nicht den Eindruck einer Containersiedlung vermitteln.»

Die Liegenschaftsvorsteherin verweist ausserdem auf die Vorzüge der peripheren Lage des Areals und den Umstand, dass das Gelände der öffentlichen Hand gehört - damit stehe das Projekt auch im Zeichen der Verdichtung städtischer Nutzungen, sagt sie.
Gemäss dem schweizerischen Verteilschlüssel, nach dem eine Gemeinde einen Asylbewerber-Anteil von 0,5 Prozent der Wohnbevölkerung aufzunehmen hat, muss Schlieren 85 Personen Platz bieten. Da die bestehende Unterkunft an der Wiesenstrasse mit 25 Betten am Ende ihrer Lebenszeit angekommen ist, muss die Stadt Ersatz schaffen. «Wir entschieden uns für eine Unterkunft mit 48 Betten, weil diese Grösse laut AOZ betrieblich optimal ist», sagt Stiefel. Die restlichen 37 Personen wird die Stadt weiterhin in Mietwohnungen einquartieren. Der Kredit umfasst neben den Erstellungskosten für das Gebäude auch Umgebungsarbeiten sowie Fusswege zur Hallerkreuzung und an die Limmat.

Die 2,4 Millionen für die Erweiterung des Werkhofs werden laut Projekt in den Ausbau der Wertstoffsammelstelle, der Einstellhalle für Fahrzeuge und in eine Vergrösserung der Lagerflächen investiert. «Angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums der letzten Jahre sind diese Arbeiten nötig geworden», sagt Stiefel, «wenn man bedenkt, dass wir in den letzten 15 Jahren nur rund 3,2 Millionen in die Logistik des Werkhofs investiert haben, ist die Kreditsumme mehr als gerechtfertigt.»
Doch, was würde es bedeuten, wenn das Stimmvolk an der Urne einen der beiden Kredite ablehnt? Die beiden Projekte könnten auch unabhängig voneinander realisiert werden, sagt die Liegenschaftsvorsteherin: «Allerdings würde dies die Planung enorm verkomplizieren.»

Optimierung auch bei Nein nötig

Kann etwa die Asylunterkunft gebaut, jedoch der Werkhof nicht erweitert werden, so müssten einzelne Einrichtungen, die heute am Ort des geplanten Neubaus stehen, an anderer Stelle auf dem Areal wieder aufgebaut werden. Wird die Unterkunft abgelehnt, müsste die Stadt ihre 85 Asylsuchenden zumindest vorübergehend in Mietwohnungen einquartieren. Dies käme den Steuerzahler laut Stiefel teurer zu stehen, als die Unterbringung in einer Unterkunft. «Der schlimmste Fall würde eintreten, wenn beide Projekte an der Urne scheitern», sagt sie, «dann müssten wir wieder zurück auf Feld eins, ohne dass sich an der Ausgangslage etwas zum Besseren verändert hätte.»

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