Dies ist einer Antwort der Exekutive auf ein Postulat des ehemaligen FDP-Gemeinderats Thomas Landis zu entnehmen. Darin forderte er die Stadt auf, zu prüfen, wie das rund 230 000 Quadratmeter grosse Gebiet im Besitz der Stadt Zürich als Standort für das Gewerbe gesichert werden könnte.

Die Stadtregierung schreibt, dass bislang «praktisch keine» Anfragen von Kleingewerbetreibenden eingegangen seien: «Somit ist der aktuelle Druck für eine Kleingewerbezone nicht vorhanden.» Dennoch habe das Ressort Finanzen und Liegenschaften mit der Stadt Zürich Gespräche über Landis’ Vorstoss geführt.

«Ifang» wird wohl nicht umgezont

Der Postulant verwies in seiner Argumentation darauf, dass gerade emissionsstarke Bau- und Handwerksunternehmen im Zuge der Urbanisierung zunehmend aus den wachsenden Wohngebieten Zürichs und Schlierens verdrängt würden. Das Gebiet zwischen Rütistrasse und Gaswerkareal, das derzeit zwar bereits zu rund 40 Prozent in der Industriezone, teilweise aber auch in der Zentrumszone und der Wohnzone liegt, sollte die Stadt nach Landis’ Vorstellung deshalb langfristig als Gewerbezone absichern. In das noch unbebaute und als Mischzone (WG4) deklarierte Gebiet «Ifang» östlich und westlich der Gasometerbrücke setzte der Postulant gar die Hoffnung, es zu einer reinen Gewerbezone umzonen zu lassen.

Was städteplanerisch mit diesem Gebiet und dem Gaswerkareal geschehen soll, sei Gegenstand eines Planungsprozesses, der dieses Jahr beginne, schreibt der Stadtrat. In Bezug auf die Parzellen im «Ifang» sei ein Verzicht auf Wohnanteile aber unwahrscheinlich. Statt neue Gebiete einzig dem Gewerbe zuzuschlagen, will die Stadt die bestehenden Industriezonen in den Bereichen Rütistrasse und Gaswerkareal verdichten. Dort laufen die Baurechtsverträge mit der Stadt Zürich gemäss Schlieremer Exekutive noch bis über das Jahr 2040 hinaus. «Somit ist die langfristige Sicherung der Arbeitszone gewährleistet», argumentiert der Stadtrat. Und schliesslich sei die Stadt Zürich beim Verkauf von Baurechtsgrundstücken offen.

Die Schlieremer FDP reagiert auf die klare Absage des Stadtrats erstaunlich gelassen. Die Postulanten begrüssen es, dass die Exekutive das Gespräch mit der Stadt Zürich gesucht hat, wie der Schlieremer FDP-Gemeinderat Lucas Arnet erklärt, der Landis nach dessen Ausscheiden aus dem Parlament als mitunterzeichnender Postulant vertritt.

Mangelnder Bedarf erstaunt FDP

Man habe die Feststellung, dass für zusätzliche Gewerbezonen kein Bedarf bestehe, zwar mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, sagt Lucas Arnet: «Die Voten mehrerer Gewerbevertreter liessen uns andere Schlüsse ziehen.» Die FDP gehe aber davon aus, dass der Stadtrat diesen Punkt seriös abgeklärt habe.

Falls sich die Situation für die Gewerbetreibenden in Schlieren, was das Angebot an Betriebsflächen angehe, verschlechtere, so würde seine Fraktion mit Sicherheit wieder bei der Stadt vorstellig werden, sagt Arnet: «Wir behalten ein Auge darauf. Der Stadtrat muss dafür sorgen, dass Gewerbegebiete längerfristig gesichert werden können.» Ob die FDP die Abschreibung des Postulats an der Parlamentssitzung vom kommenden Montag akzeptieren oder für seine Beibehaltung auf der Pendenzenliste des Stadtrats kämpfen wird, konnte Arnet gestern noch nicht mit Sicherheit sagen: «Es zeichnet sich aber ab, dass wir uns für eine Abschreibung aussprechen», erklärte er. (FNI)