Das Geschäft Skatepark im Schlieremer Zelgliquartier geht in eine weitere Runde: Nachdem das Bauprojekt wiederholt durch Rekurse von Anwohnern verzögert wurde und zuletzt FDP-Gemeinderat John Daniels in einer Motion forderte, der Anlage den Gnadenschuss zu geben, hegt Werkvorstand Stefano Kunz nun wieder Zuversicht. Einerseits hat nämlich Daniels seine Motion zurückgezogen, andererseits kann Kunz dem Parlament nach «intensiven Verhandlungen mit den Rekurrenten» bald ein revidiertes Bauprojekt vorlegen, wie er in der parlamentarischen Fragestunde am Montag verkündete. Eines ist aber jetzt schon klar: Dieses wird einiges teurer als ursprünglich vorgesehen. «Aufgrund der Verzögerungen rechnen wir mittlerweile mit Gesamtkosten von rund einer halben Million Franken», erklärt Kunz auf Anfrage.

Die Situation rund um den Skatepark ist seit einiger Zeit verfahren. Sprach sich das Parlament vor fünf Jahren mit 24 zu 3 Stimmen noch klar für den 350 000-Franken-Kredit aus – einzig die FDP war dagegen –, hat sich durch diverse Einsprachen und Verzögerungen inzwischen Skepsis breitgemacht. Einerseits darüber, ob heute überhaupt noch ein Bedürfnis nach einer Skateranlage besteht, andererseits, ob der Stadtrat den Rekurrenten gegenüber nicht so viele Eingeständnisse gemacht hatte, dass die Anlage für Jugendliche gar nicht mehr attraktiv sei.

«Nun muss sich das Parlament die Frage stellen, ob es bereit ist, weitere 150 000 Franken in unsere Jugend zu investieren.» Stefano Kunz Werkvorstand

«Nun muss sich das Parlament die Frage stellen, ob es bereit ist, weitere 150 000 Franken in unsere Jugend zu investieren.» Stefano Kunz Werkvorstand

Umzäunung wurde gestrichen

Besonderen Widerstand erfuhr das im Februar angekündete Vorhaben, die Anlage mit einer Rundum-Einzäunung zu versehen, wie es die Anwohner gefordert hatten. Die Quittung für dieses Eingeständnis kam denn auch prompt – im März reichte Daniels seine Motion ein. In dieser beklagt er, dass Erscheinungsbild, Vorgaben und Nutzung damit eher einer «Strafvollzugsanstalt entsprechen als einem Ort, an dem sich Jugendliche austoben können».

Kunz nahm die Kritik ernst und konnte die Rekurrenten mittlerweile davon überzeugen, auf die Aufnahme der Umzäunung ins verbindliche Betriebsreglement zu verzichten – zumindest vorläufig. «Sollten alle Stricke reissen, hat die Stadt sich jedoch bereit erklärt, das Areal nachträglich noch einzuzäunen», sagt Kunz. Zudem werden die Anwohner eine Hotline-Nummer erhalten, mit der sie Beschwerden direkt bei der Stadt anbringen können. Unter diesen Voraussetzungen sind die Anwohner nun bereit, ihren Rekurs zurückzuziehen, so Kunz.

Bei den vorgesehenen Betriebszeiten, die einige Kritiker als zu starke Einschränkung für die Jugendlichen empfanden, hatte die Stadt aber wenig Verhandlungsspielraum: «Dabei sind wir auch an die städtischen Lärmschutzbestimmungen gebunden», so Kunz. Das heisst: Auch im überarbeiteten Baugesuch werden Öffnungszeiten von 8 bis 12 und 13 bis 20 Uhr an Werktagen und von 10 bis 12 und 14 bis 19 Uhr an Sonn- und Feiertagen verbindlich festgehalten werden.

Daniels: «nicht dazwischenfunken»

Die Motion zog Daniels derweil bereits zurück, bevor die neue Einigung verkündet war. Er habe bei den Verhandlungen nicht dazwischenfunken wollen, sagt er auf Anfrage: «Das wäre dem Stadtrat gegenüber nicht fair gewesen.» Eingereicht habe er die Motion im März vor allem, um das Thema wieder auf den Tisch zu bringen. «Dieses Ziel ist nun erreicht.»

Das heisst aber nicht, dass seine Bedenken bezüglich Skatepark gänzlich aus der Welt geschafft sind: Nach wie vor ist er skeptisch, ob das Bedürfnis nach einer solchen Anlage tatsächlich besteht. «Vor ein paar Jahren, als das Parlament den Kredit bewilligt hatte, mag das noch das Richtige für Schlieren gewesen sein. Ob es das heute noch ist, da bin ich mir nicht so sicher», sagt er. Nun will er sich aber erst mal die neue stadträtliche Vorlage im Detail anschauen. «Ich will zuerst genau wissen, wie viel das Ganze am Schluss kosten wird, bevor ich ein Urteil fälle.»

Kunz ist zuversichtlich, dass das Projekt nach fünf Jahren, drei Bauprojekten und drei Rekursen nun endlich zustande kommt, obwohl er angesichts der Verzögerungen und der dadurch gestiegenen Kosten mit politischem Widerstand rechnen muss. «Letztlich muss sich das Parlament die Grundsatzfrage stellen, ob es bereit ist, weitere 150 000 Franken in unsere Jugend zu investieren», sagt er. Ist es das, und läuft sonst alles reibungslos, könnte die Skateranlage in einem Jahr bereits stehen.