Die Stimmbeteiligung lag bei 39 Prozent. Initiant Werner Fisler ist trotz dem Resultat nicht enttäuscht. «Das Ergebnis hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen», sagt er. Angesichts von knapp 45 Prozent Ja-Stimmen könne man von einem Achtungserfolg sprechen. Sowohl der Stadtrat als auch eine Mehrheit des Parlamentes lehnten die Initiative ab.

Aus Sicht der Exekutive sprachen die hohen Kosten gegen eine Realisierung einer Busverbindung zwischen Sandbühl, Rietbachquartier, Friedhof und Zentrum. «Der Zusatznutzen würde in keinem akzeptablen Verhältnis zum Aufwand stehen», schrieb der Stadtrat in den Wahlunterlagen. Er berief sich dabei auf die Umsetzungsvorlage, die er aufgrund eines Entscheids des Parlaments ausarbeiten musste. Für die Festlegung der Linienführung und der Haltestellen stützte sich die Stadt auf Empfehlungen der Verkehrsbetriebe Zürich. Neben sieben bereits bestehenden hätten zehn Haltestellen neu erstellt werden müssen. Demnach wären für die Testphase einmalige Investitionskosten von 415 900 Franken notwendig gewesen. Der Vollausbau wurde mit Kosten von 204 200 Franken beziffert. Die jährlichen Betriebskosten wären gemäss Stadtrat auf 1,15 Millionen Franken zu stehen gekommen.

«Thema ist nicht vom Tisch»

Auch eine Mehrheit des Parlaments sprach sich wegen des schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses und einer ungenügenden Praxistauglichkeit der angestrebten Erweiterung des Busnetzes gegen die Initiative aus. Eine Parlamentsminderheit unterstütze den Vorstoss, der im September 2013 bei der Stadt eingereicht und von 617 Einwohnern unterzeichnet worden war. Sie war der Ansicht, dass das Projekt durch eine Anpassung des Taktes und gegebenenfalls auch durch die Wahl eines anderen Anbieters kostengünstiger realisiert werden könnte als bisher angenommen. Auch die Initianten zeigten sich überzeugt, dass andere, ebenfalls konzessionierte Transportunternehmen weit kostengünstigere Lösungen anbieten könnten.

Aus Sicht Fislers dürften die Kosten denn auch den Ausschlag für die Ablehnung der Initiative gegeben haben. «Das war wohl das Leitmotiv», sagt er. Diese Ansicht teilt auch Schlierens Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP). Mit der Ablehnung der Initiative sei das Thema Ortsbus allerdings nicht vom Tisch. «Im Moment wurde Klarheit bezüglich des Vorstosses geschaffen. Mit der Initiative wurde aber auch die Frage nach einem Ortsbus diskutiert. Das Ergebnis zeigt, dass sich viele Einwohnerinnen und Einwohner einen solchen wünschen», so Brühlmann. Wie es in dieser Frage nun weitergehe, könne er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen.

Dennoch könnte es schon bald eine neue Buslinie geben, die den Schlieremer Bahnhof bedient. Im Herbst befindet die Uitiker Stimmbevölkerung über einen Ortsbus nach Schlieren. Das Projekt sieht die Verlängerung der Linie 201 ins Limmattal vor. In Schlieren sind derzeit nur zwei Haltestzellen geplant, eine beim Bahnhof und eine beim Lilienzentrum. Sollte sich der Schlieremer Stadtrat dazu entscheiden, sich am Projekt zu beteiligen, dann sei schnell ein Konzept für weitere Haltestellen gemacht, sagte der Uitiker Sicherheitsvorstand Patrik Wolf (FDP) an der letzten Gemeindeversammlung, als das Geschäft vorberaten wurde.