Urdorf

Der Schäflibach bietet nun Erholung für Mensch und Tier

Mit einer Eröffnungsfeier schliesst Urdorf die erste Etappe des Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekts am Schäflibach ab. Die Neugestaltung kommt bei Besucherinnen und Besucher gut an.

Der ältere Mann steht mit Bratwurst und Bürli an einem Stehtisch auf dem Mehrzweckplatz Zwischenbächen und blickt zum Schäflibach. «Schön ist es geworden. Ob es aber wirklich was nützt, wissen wir erst, wenn das viele Wasser kommt», sagt er und nimmt einen Biss von seiner Wurst.

Wie dieser Besucher fanden am Samstag zahlreiche Urdorferinnen und Urdorfer den Weg an die Eröffnungsfeier der ersten Etappe des Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekts der Gemeinde Urdorf. Die Arbeiten an dem 1,1 Kilometer langen Abschnitt an der Birmensdorferstrasse wurden im Januar letzten Jahres begonnen und konnten bereits im darauffolgenden Herbst beendet werden. Vor den Wassermassen sollen nun etwa der verbreiterte Gewässerraum oder der neu gebaute und vergrösserte Durchlass beim Areal Pappel schützen.

Mit dem Projekt nahm die Gemeinde aber nicht nur Massnahmen im Bereich Hochwasserschutz vor, sondern auch ökologische. So bieten etwa Bachsohlen aus Kies den Fischen bessere Laichbedingungen und Ästehaufen am ebenfalls erneuerten Unterhaltsweg Kleintieren einen sicheren Unterschlupf. Für die Bevölkerung sorgt ein neuer Aufenthaltsbereich mit Sitzbänken für Erholung, und zwei neue Fussgängerbrücken erleichtern die Überquerung des Schäflibachs.

Schon vor der offiziellen Ansprache am Mittag ergriff Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) das Wort und lud die bereits anwesenden Gäste dazu ein, sich selbst von der Neugestaltung zu überzeugen. Zusätzlich informierten zwei am Schäflibach verteilte Posten die Besucherinnen und Besucher über die baulichen und ökologischen Details.

Neue Herausforderungen in der Bewirtschaftung

Timo Heinisch, Projektleiter des Ingenieurunternehmens Hollinger, das mit der Realisierung beauftragt wurde, gab Auskunft über die Technik und den Bau. Er sei erfreut, dass die Bauphase statt des geplanten Jahres nur zehn Monate dauerte. Zudem verriet er, dass man es noch während des Baus mit einem mittleren Hochwasser zu tun bekam. Der Bypass, in den der Bach während der Umbauten umgeleitet wurde, funktionierte wie gewünscht, und so kam es nur zu kleineren Instandhaltungsarbeiten.

Am Posten der ökologischen Massnahmen standen Urs Hilfiker, Vertreter des Naturschutzes, und Janick Frei, Abteilungsleiter Umwelt, Natur und Landschaft, Red und Antwort. Sie zeigten auf, welche Tiere sich mit der naturnahen Neugestaltung hier niederlassen können und dass sich etwa mit den invasiven Neophyten, neue Herausforderung für die Bewirtschaftung stellen werden.

Mit dem Ergebnis sehr zufrieden zeigte sich Rebecca Broekema, Bereichsleiterin Planung, Bau und Werke, die mit Gemeinderat Urs Rimensberger (parteilos) die offizielle Ansprache übernahm. Es sei eine sehr spannende und intensive Zeit gewesen und man ist glücklich, diese Etappe nun abschliessen zu können. Denn die nächsten beiden Teilabschnitte des Hochwasserschutzprojekts stehen schon bald bevor. Die Neugestaltung der Bachstrasse befindet sich bereits in der Projektierungsphase und die Sanierung der Hochwasserrückhaltebecken soll danach folgen.

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