Im Limmattal wurde im Kampf gegen achtloses Wegwerfen respektive Littering schon viel versucht. Die neuste Waffe ist eine Sensibilisierungskampagne mit dem Motto «Dietikon bleibt sauber», welche die Stadt diesen Frühling startete und die nun Nachahmer findet. Denn seit gut zwei Wochen prangen auch auf den Müllabfuhr- und Putz-Fahrzeugen der Stadt Schlieren die Plakate mit den gelben Sprechblasen. Ab September werden in Schlieren zudem Plakatständer bei den Sammelstellen ebenfalls mit solchen Plakaten versehen. Motto: «Schlieren bleibt sauber.». Sukzessive werden dann Kleber auf den öffentlichen Mülleimern und Robidogbehältern sowie Plakate an den Schlieremer Bushaltestellen folgen.

André Thoma, Leiter des Schlieremer Werksekretariats, erklärt auf Anfrage, wie Schlieren zur Idee kam, die Dietiker Kampagne auf die eigene Stadt umzumünzen: «Letzten Herbst haben die Dietiker Vertreter ihre Idee an der Konferenz der Gesundheitsvorstände und Gesundheitssekretäre des Bezirks Dietikon (GVSBD) vorgestellt und vorgeschlagen, dass das doch etwas für das ganze Limmattal wäre.» Der Schlieremer Werkvorsteher Stefano Kunz (CVP) war sodann mit im Boot. Das Thema steht auch bei der nächsten GVSBD-Sitzung im September wieder zur Debatte – eine weitere Ausdehnung der Aktion ist denkbar.

«Zug bliibt suuber» war zuerst

Ihren Ursprung nahm sie 2013 im Kanton Zug mit der Kampagne «Zug bliibt suuber», an der die kantonale Sicherheitsdirektion sowie verschiedene Gemeinden beteiligt waren, darunter auch die Stadt Zug und die grossen Gemeinden Baar und Cham. Die Chamer Firma Dynamite AG hat die Sujets entworfen, bei ihr haben Dietikon und Schlieren die Kampagne bestellt.
«Es ist sehr innovativ, dass man als Passant von Zigi-Stummeln und Alu-Dosen angesprochen wird. Wir sind überzeugt, dass das die Leute anspricht und etwas bringt», sagt Thoma in Bezug auf die Werbemotive. Diese lassen sich auf zahlreiche verschiedene Arten umsetzen. So werden auch Plakate angeboten, die in der Nacht leuchten. Auch Werbung auf dem Asphalt wäre möglich. Das Ende der Kampagne ist noch weit weg. «Die Littering-Kampagne wird vorerst weitergeführt, weil es sich um ein Dauer-Thema handelt», sagt der stellvertretende Dietiker Stadtschreiber Uwe Krzesinski.

Wie steht es in weiteren grossen Gemeinden? Oberengstringen schliesst sich der Kampagne zum jetzigen Zeitpunkt nicht an. Das hat die Gesundheitsbehörde entschieden, wie Gesundheits- und Sicherheitsvorsteher David Specker (FDP) erklärt. Zurzeit stünden andere Projekte im Fokus und die Ressourcen für eine solche Aktion seien nicht vorhanden. Hintergrund: Im September kommt die neue Gemeindeordnung an die Urne – mit ihr wird die vom Volk gewählte Gesundheitsbehörde abgeschafft, deren Aufgaben dann neu die Gemeindeverwaltung übernimmt. Doch zurück zur Anti-Littering-Kampagne: Es ist durchaus möglich, dass sich Oberengstringen zu einem späteren Zeitpunkt anschliesst. Denn, so Specker: «Ich finde die Aktion super, da sie wirklich etwas bringt.»

Urdorf macht zwar nicht mit, hat dafür aber zwei ganz besondere Littering-Bekämpfer

Auch dem Urdorfer Werkvorsteher Urs Rimensberger (parteilos) gefallen die Plakate zwar, doch werden sie in der Gemeinde vorerst nicht aufgestellt. «Littering ist in Urdorf nicht das Problem Nummer 1. Wir werden die Situation aber weiter beobachten und sind auch gespannt auf die Erfahrungen unserer Nachbarn», sagt er. Dass Littering in Urdorf nicht das Problem Nummer 1 ist, hat auch mit den Limmattalern des Jahres 2016 zu tun: dem Ehepaar Charles und Beatrice Rätz. Die beiden sammeln schon seit 2015 regelmässig Abfall entlang der Urdorfer Strassen. Ihr Ziel: Urdorf soll die sauberste Gemeinde sein. «Das Ehepaar Rätz leistet super Arbeit. Ihr Einsatz hat auch die Bevölkerung sensibilisiert», lobt Rimensberger.