Dietikon
Der Samichlaus verkündet: «Angst muss man vor mir keine haben»

Gestern Abend ist er wieder in der Stadt eingezogen: Der Samichlaus im roten Mantel mit dem wallenden weissen Bart. In einer kurzen Ansprache hat er in Dietikon vor der Kirche St. Agathe verraten, was er sich von den Kindern wünscht.

Oliver Graf
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Der Samichlaus zieht traditionellerweise am ersten Adventssonntag in Dietikon ein.
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Mit Fackeln wird im dunklen Dietikon dem Samichlaus der Weg erhellt.
Der Einzug.
Der Samichlaus hat viele Helfer bei seinem feierlichen Einzug.
Nicht zu überhören Das Glockengeläut.
Der Chlauseinzug im dunkeln Dietikon.
Chlaus-Einzug in Dietikon 29.11.15
Umringt von Kindern und Erwachsenen Der Samichlaus auf dem Dietiker Kirchplatz.

Der Samichlaus zieht traditionellerweise am ersten Adventssonntag in Dietikon ein.

Patrick Züst

Um 17.26 Uhr wurden am Sonntag zuletzt auch am Kirchplatz noch die Lichter gelöscht; da ging ein Raunen durch die Menge, Kinder jubelten auf, und deren Eltern zückten ihre Smartphones, um im Dunkeln Fotos zu schiessen.

Doch bis dann der Samichlaus einzog, dauerte es noch eine Weile. Und das öffnete Raum und Zeit für Kinderfragen. «Kommt der echte Samichlaus?» fragte etwa ein Mädchen seine Mutter. Als diese bejahte, meinte das Mädchen: «Aber Papi hat gesagt, es kommen viele Samichläuse.» Einer davon sei der wirklich Echte. Die weiteren habe dieser selber ausgewählt und offiziell als weitere Chläuse eingesetzt, um ihn bei seinen vielen Besuchen zu vertreten, entgegnete die Mutter.

Und daneben sagte ein Knabe, dass er müde sei und nicht mehr länger warten wolle. «Warum kommt der Samichlaus nicht? Er weiss doch alles. Also weiss er, dass ich müde bin.» Das wisse er schon, antwortete der Vater. Aber er warte halt noch, weil nicht alle Kinder da seien. «Wer fehlt? Ich sehe viele Kinder, mehr gibt es doch nicht.» Der Vater blickte auf die Uhr und meinte: «Psst, jetzt kommt der Umzug.»

Kurz darauf war der traditionelle Einzug der «St. Niklaus-Gesellschaft Dietikon» zu sehen und zu hören: Die Fackel- und Laternenträger von Pfadis, Jubla und Kindergarten, die Trichlergruppe mit den Geissle-Chlöpfer, die Dietiker Chlause-Musik und natürlich die Samichläuse und Schmutzlis kamen vom Guggenbühlwald her ins Zentrum. Nur die Infuln-Träger, die «Iffele», waren diesmal nicht dabei; die Windböen, die auch zum Abbruch des Weihnachtsmarktes geführt hatten, verhinderten einen Einsatz dieses beleuchteten Kopfschmucks.

Aber der Samichlaus lässt sich vom widrigen Wetter nicht abhalten, wie der Oberchlaus in seiner kurzen Ansprache vor der Kirche St. Agathe sagte. Trotz der Sturmwarnung hätten alle mitwirkenden Vereine und deren Mitglieder einen stimmungsvollen Einzug hingezaubert. «Wir helfen uns immer gegenseitig, es braucht einen jeden», erklärte der Oberchlaus. So soll es auch in den verschiedenen Häusern und Wohnungen sein. Denn er komme in den kommenden Tagen nicht vorbei, um zu schimpfen; Angst müsse man vor ihm keine haben. Er komme, um etwas zu plaudern, um Spass zu haben. Er spreche vielleicht auch den einen oder anderen Fehler an, aber den könne man gemeinsam bereden und beheben.