Verschiedene Outdoor-Partys locken derzeit mittels Teilnehmerlisten auf Facebook unzählige tanzwütige Gäste an. Vergessen geht dabei die Natur; ein Lebensraum, der für laute Beats und Bäume-Umarmungen quasi missbraucht wird. Fällt aber ein Regentropfen, so wird aus dem Zauberland der Natur eine verbotene Zone und manch einer zieht wieder den dunklen Club vor.

Auch für die traditionelle «Technogrill»-Party am 1. Mai von Patrick Bangerter und René Hochstrasser hatten sich über 3500 Gäste angekündigt. Seit über zehn Jahren organisieren beide das, laut eigener Aussage, «kleine Grillfest im familiären Rahmen» beim Kloster Fahr. Aber weil Geheimtipps selten lange währen, musste am Freitag mit einem Besucheransturm gerechnet werden. Auch wenn erwiesenermassen viele der User einen kommerziellen Nutzen in ihrer Teilnahme sahen.

Robustes Schuhwerk konnte am diesjährigen «Technogrill» nicht schaden.

Robustes Schuhwerk konnte am diesjährigen «Technogrill» nicht schaden.

Der Dauerregen verhinderte wohl aber einen Ansturm auf die Party, was am Ende ganz im Sinne der Veranstalter gewesen sein muss, die mit der Gemeinde Unterengstringen bislang eine gute Zusammenarbeit führen. So traf sich zwischen 10 und 22 Uhr der harte Kern am Ufer der Limmat – es galt dem Regen zu trotzen und innerhalb der Techno-Familie eine tolle Zeit zu verbringen. Wummernde Bässe, eine heitere Stimmung sowie angenehme Temperaturen vermochten auch verwegene Spaziergänger zu überzeugen.

Andreas Meier aus Oberengstringen nutzte die Gunst der Stunde, um den vermeintlichen Massenauflauf beim Kloster Fahr mit eigenen Augen zu erleben. Doch er war auch von der kleinen Techno-Idylle begeistert: «Die Musik ist super, die Party wirkt recht friedlich und die Leute haben Spass, so soll es sein», sagte er lachend.

Immer wieder stellte sich heftiger Regen ein, was doch an altbekannte Bilder von verwässerten Open-Air-Konzerten erinnerte. Party-Girl Mathilda, die sich jedenfalls als solche zu erkennen gab, liess sich davon nicht beeindrucken und tanzte wie einst Fred Astaire im Nieselwetter: «Regen macht halt schön», meinte sie beschwingt und stampfte unbeirrt im Matsch weiter. Aber schliesslich gelten auch Schlammpackungen als bewährte Schönheitsbehandlungen.