Ende Woche beginnen im Kanton Zürich die Sommerferien. Regnerisch, wie sich die vergangenen Tage in der Region präsentierten, zieht es viele Limmattaler an die Wärme. Im Reisebüro Travel Inn in Uitikon stehen diesen Sommer Ferien auf den griechischen Inseln hoch im Kurs. «Mich hat das erstaunt. Letztes Jahr wollte kaum mehr jemand nach Griechenland reisen, und jetzt ist es der absolute Renner», so die Geschäftsführerin Maya Hagenbucher. Nach Spanien oder auf eine Kreuzfahrtreise wolle im Sommer hingegen niemand. «Vielleicht ist es den Leuten dort zu wenig heiss. Denn jene, die nach Griechenland gehen, haben noch kurzfristig gebucht und wollten möglichst warme Temperaturen», so Hagenbucher. Der absolute Spitzenreiter seien diese Saison aber die USA. Sei es eine Reise an die Westküste, Hawaii oder Kanada – die Limmattaler würden kaum genug bekommen von Amerika.

Weniger Ferien am Roten Meer

In den Filialen von TUI in Schlieren und Dietikon zeichnen sich ähnliche Trends für diesen Sommer ab. «Die griechischen Inseln wie Kreta, Kos und Rhodos sind besonders beliebt», sagt Barbara Rolli, Filialleiterin der TUI-Zentrale in Schlieren. Weitere bevorzugte Destinationen der Limmattaler seien die Südtürkei, die Kanarischen Inseln, Kroatien oder Mallorca. «Gefragt sind ausserdem individuelle Reisen nach Übersee», so Rolli.

Grundsätzlich könne man die Kunden in zwei Kategorien mit unterschiedlichen Bedürfnissen einteilen. Es gebe jene Reisenden, die Strandferien mit Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten bevorzugten, und solche, die Rundreisen buchten, um die Kultur der Feriendestination besser kennen zu lernen, sagt sie.

Bei Marco Moser vom Büro Marlin Reisen in Urdorf sind dieses Jahr hingegen Sommerferienbuchungen für ziemlich alle denkbaren Destinationen eingegangen. «Wir haben nicht die typischen Badeferienkunden. Gebucht wurden Reisen für Orte auf der ganzen Welt», sagt er.

Schweizweit sind diese Saison ebenfalls besonders die griechischen Inseln, Zypern und die Kanaren sehr gefragt, wie eine aktuelle Umfrage des Schweizer Reiseverbands bei den grössten Reiseanbietern zeigt. Die Reiseziele am Roten Meer, Ägypten und Tunesien erholen sich hingegen nur langsam von den touristischen Einbrüchen infolge der letzten Jahre. Dafür hat Griechenland die Krise aus touristischer Sicht endgültig überwunden. Übereinstimmend stellen Hotelplan Suisse, Kuoni und TUI Suisse zudem fest, dass die Kunden wegen des schönen Frühlings und der Fussball-WM ihre Sommerferien in diesem Jahr kurzfristiger planten.

China zu Besuch im Limmattal

Während die Limmattaler in wärmere Gegenden flüchten, besuchen Gäste aus aller Welt die Stadt Zürich. Während ihres Aufenthalts übernachten sie gerne im Limmattal. Das Hotel Conti beherbergt während der Sommerferien Gäste aus Italien, Frankreich und Spanien. «Sie alle kommen, um Zürich zu sehen», sagt Jennifer Quezada des Hotels Conti. Dietikon sei aufgrund der guten Anbindungen in die Stadt ein idealer Standort. Aber auch Schweizer aus dem Tessin oder dem Welschland nächtigten vermehrt in Dietiker Betten.

Im Hotel Sommerau Ticino in Dietikon logieren diesen Sommer hauptsächlich Gäste aus dem asiatischen Raum. «Die meisten Übernachtungen wurden von Chinesen gebucht. In anderen Jahren hatten wir viele Japaner, die bei uns übernachteten», sagt Rezeptionist Thomas Brunschweiler.

Das Hotel Geroldswil wird von Durchreisenden gerne als Übernachtungsmöglichkeit genutzt. «Wir beherbergen diesen Sommer Chinesen, Russen, Inder, Deutsche und Schweizer», sagt Roberto Carpentieri, Leiter Reservationen des Hotels Geroldswil. «Viele unserer Gäste machen einen kurzen Zwischenstopp in Zürich. Danach reisen sie weiter nach Luzern. Andere wiederum gehen nach Frankreich oder Italien.»