«Erkenne mein Herz» - mit diesem Appell solle man sich an Gott wenden, einen Gott, der hinter die dicken Lederjacken, schweren Stiefel und wilden Bärte der Biker sehe, einen Gott, der als Sozius stets mitfahre und darauf achte, dass man auf dem richtigen Weg bleibe.

Chaignat, selber begeisterter Biker, sieht die Freude am Fahren als Gottes Werk. «We are the wild ones» ertönt passend, gespielt von der Country-Band «Howdy», die den Gottesdienst musikalisch begleitet.

Vom Hochgefühl auf zwei Rädern schwärmt auch Gastprediger Andrea Marco Bianca. Der Kirchenrat der evangelisch-reformierten Landeskirche hat speziell für diesen Anlass den Lehrfahrausweis gelöst, um auf einem richtigen Motorrad vorfahren zu können.

Blaues «L»

Ein blaues «L» sollte man aber ein Leben lang behalten, so der Pfarrer aus Küsnacht, denn ausgelernt hätte man nie. Der Glaube soll helfen, sich zu finden - ob beim Töfffahren oder im weiteren Sinne.

Himmlische Freude am Leben und gleichzeitig «Höllenrespekt» vor dem, was man tue, legt er den Anwesenden ans Herz, bevor er unter den staunenden Blicken der zahlreich erschienenen Biker und Nicht-Biker auf einem Töff durch den Saal davonbraust.

Die Kollekte kommt der RGZ Stiftung zugunsten cerebral Gelähmter zugute. Bereits im Vorfeld habe der Motorradclub «Razorbacks MC Säuliamt» mit einem Wildsauessen Spenden für das RGZ Wohnheim Loomatt gesammelt, so Mitglied Emilio Sallustio.

Auch andere Biker zögern nicht, ihre weiche Seite zu zeigen: «Diese spezielle Art von Gottesdienst hat mich sehr bewegt», so ein Motorradfan nach der Feier.