Uitikon
Der öffentliche Gestaltungsplan Leuen-Waldegg schaffte die Hürde

Die Uitiker Gemeindeversammlung genehmigte am Mittwochabend die Festsetzung des öffentlichen Gestaltungsplans Leuen-Waldegg. Im Weitern nahm die Versammlung das Projekt für eine neue Kinderkrippe in der Überbauung Binzmatt an.

Flavio Fuoli
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Gemeinderätin und Bauvorstand Susanne Bereuter auf dem Land, für den der Gestaltungsplan nun Gültigkeit haben wird.

Gemeinderätin und Bauvorstand Susanne Bereuter auf dem Land, für den der Gestaltungsplan nun Gültigkeit haben wird.

Heftig umstritten war anlässlich der Diskussion die Festsetzung des öffentlichen Gestaltungsplans Leuen-Waldegg. Bauvorstand Susanne Bereuter erklärte, das Land habe ein Ausmass von 70 000 Quaqdratmeter und sei ein Kilometer lang. Es sei seit den 1960er-Jahren eingezontes Land und sei die letzte zusammenhängende Baulandreserve der Gemeinde.Es sei gut gelegenes Land, das auch gut erschlossen sei.

Es habe Potenzial für 800 bis 1000 Einwohner zusätzlich in Uitikon. Die Gemeinde habe ein sehr grosses Interesse an einer qualitativ hochwertigen Überbauung. Deshalb bringe der Gemeinderat den öffentlichen Gestaltungsplan vor die Versammlung. Man wolle nämlich nicht eine normale Überbauung, denn das würde zu einem unkontrollierten Wildwuchs führen. Man wolle für die neuen Häuser die Note 5 bis 5,5 erzielen, und nicht nur eine 4, wie sie bei einer gewöhnlichen Überbauung durchgehen würde.Was würde passieren, wenn die Versammlung ablehnen würde?

Dann werde die normale Bau- und Zonenordnung in Kraft treten, sagte Bereuter der Versammlung. Es werde dann kein solch «tolles Quartier» wie mit dem Gestaltungsplan. Im Verlaufe der Diskussion wehte dem Gemeinderat ein rauher Wind entgegen. Viele Rednerinnen und Redner befürchteten eine starke Veränderung des gewachsenen Ortsbilds. Andere wiederum störten sich an den vorgeschriebenen Flachdächern oder am Minergie-P-Standard, der ebenfalls vorgeschrieben ist. Schliesslich setzte sich der Gemeinderat mit seiner Argumentation durch. Bei relativ wenig Gegenstimmen nahm die Gemeindeversammlung die Vorlage deutlich an.

Die Versammlung nahm den Kredit von 790 000 Franken für die Umnutzung von vier Wohnungen in der Binzmatt für Kinderkrippen an. Wie Finanzvorstand Markus Hoppler vor der Versammlung erklärte, ist das Bedürfnis nach einer Krippe ausgewiesen. Erstens ist die bestehende Krippe lediglich ein Provisorium, zweitens muss es wegen des Baus von Alterswohnungen bald weichen. Die Krippe sei kein Wunschbedarf, sondern von Kanton und Bund vorgeschrieben. In Uitikon sei man seit dem Jahr 2005 dran, eine Lösung zu finden.

Er lobte die Zusammenarbeit mit dem Verein Löwenzahn, der die Krippe im Provisorium in eigener Regie führt. Es sind zwei Kinder- sowie eine Babygruppe geplant. Der Ort sei zentral und gut erschlossen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.Zudem sei ein weiterer Ausbau ab 2017 möglich. Ein Votant war damit nicht einverstanden. Er nannte das Projekt nicht ausgereift und störte sich daran, dass Mieter die Wohnungen verlassen müssen.

Andere Stimmbürger dagegen nannten das lange Warten auf eine Kinderkrippe ein Trauerspiel, das es endlich zu beenden gelte. Schliesslich sei Uitikon eine reiche Gemeinde,die sich eine Krippe leisten könne. Die Versammlung folgte dem Antrag des Gemeinderats und nahm den Kredit mit relativ grossen Ja-Mehr an.

Bei nur einer Gegenstimme passierte der Kreditantrag über 1,512 Millionen Franken für die Sanierung der gemeindeeigenen Liegenschaft Zürcherstrasse 78/80.Das Dach wird saniert, Küchen und Bäder werden erneuert und eine therische Solaranlage kommt aufs Dach zwecks Unterstützung der Warmwasserproduktion.

Die Rechnungen der Schulgemeinde wie der Politischen Gemeinde passierten problemlos.Ferner wählte die Versammlung fünf neue Mitglieder des Wahlbüros.