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Der neue Trainer der Schlieremer Frauen will Stabilität in die Mannschaft bringen

Céline Roth – im Bild im gelben Shirt und am Ball – und der FC Schlieren wollen in der neuen Saison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

Am Sonntag starten die Schlieremer Nationalliga-B-Frauen mit dem neuen Trainer Fernando Esteban in die Saison 2019/20.

Eigentlich hätte die erste Frauenmannschaft des FC Schlieren am letzten Mittwoch ihren ersten Ernstkampf der neuen Saison bestreiten müssen. Doch das Cupspiel gegen Erstligist FFC Südost Zürich wurde schon im Vorfeld der Partie mit 3:0 für die Schlieremerinnen gewertet. «Die gegnerische Mannschaft hatte schlicht zu wenig Spielerinnen, um überhaupt antreten zu können», sagt Fernando Esteban, der auf diese Saison hin das Nationalliga-B-Team übernahm. Auch wenn es erfreulich sei, im Cup in der nächsten Runde zu stehen, hätten sie trotzdem gerne gespielt. «Anstelle des Spiels setzte ich am gleichen Abend eine Trainingseinheit an, und nach dem Abschlusstraining am Freitag sind wir nun bestens gerüstet für die Meisterschaft.»

Erfahrung weitergeben und Neues dazulernen

Esteban amtete bis diesen Sommer als Assistenztrainer der 1.-Liga-Promotion-Mannschaft von YF Juventus. Er trainierte zuvor bereits andere Teams und war auch zwei Saisons lang Assistenztrainer bei der damaligen Challenge-League-Mannschaft FC Wohlen. «So sammelte ich viel Erfahrung im Herrenfussball, aber ein Frauenteam habe ich bisher noch nicht trainiert», sagt er. Deshalb kam der Anruf von Zoran Perak, dem Schlieremer Sportchef der Frauen, im ersten Augenblick ein wenig überraschend. Esteban musste aber nicht lange überlegen und sagte Perak bereits am Telefon zu. «Es ist eine neue Herausforderung für mich und ich bin sehr motiviert, meine Erfahrung weiterzugeben, aber auch Neues dazuzulernen», sagt er.

Dass es etwas ganz anderes sei, Frauen anstatt Männer zu trainieren, merkte Esteban bereits im ersten gemeinsamen Training anfangs Juli. «Die Disziplin ist um einiges besser, und ich spüre auch eine Dankbarkeit, die von den Männern eher selten gezeigt wird.» Allgemein hat die Mannschaft bei ihrem neuen Trainer einen guten ersten Eindruck hinterlassen. «Die Spielerinnen wollen etwas bewegen und sind bereit, etwas zu lernen. Es herrscht eine gute Atmosphäre im Team», sagt Esteban. Zudem lobt er die Pünktlichkeit der Spielerinnen, auf die er sehr viel Wert legt. Die Vorbereitung verlief gemäss dem neuen Trainer sehr gut. Er konnte die Mannschaft im konditionellen sowie im taktisch und technischen Bereich optimal aufbauen. «Wegen Ferienabwesenheiten sind zwar nicht immer alle Spielerinnen in den Trainings, aber doch immer genug, um normal trainieren zu können», sagt Esteban. Spätestens vor dem zweiten Meisterschaftsspiel kann er dann auf die komplette Mannschaft zurückgreifen.

Fast das gleiche Team wie in der letzten Saison

Diese hat sich während der Sommerpause nicht gross verändert. «Es war ein Wunsch von mir, dass das Team grösstenteils zusammenbleibt und das haben wir schliesslich auch erreicht», schreibt Perak. Mit Mara Berli, die zum FC Villmergen in die 2. Liga wechselte, haben die Schlieremerinnen nur gerade einen Abgang zu verzeichnen. Dafür stiessen drei neue Spielerinnen zu der Mannschaft hinzu. Vom Nachwuchs des FC Zürich kehrte Adriana Bösiger zum FC Schlieren zurück. «Sie ist eine junge Spielerin, in der viel Potenzial steckt», sagt Esteban. Ausserdem verstärken Luana Ruggieri und Aliche Vono Oviedo vom FC Altstetten das Nationalliga-B-Team. Im einzigen Testspiel während der Vorbereitung konnten die Schlieremerinnen bereits überzeugen. «Auch wenn wir gegen einen unterklassigen Gegner spielten, präsentierte sich die Mannschaft sehr gut», sagt Esteban. Sein Ziel für die neue Saison ist es, Stabilität in seine Equipe zu bringen. In Anbetracht der letzten Saison, bei der man lange gegen den Abstieg spielte, sei eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte nicht realistisch. «Wir wollen uns einen Rang im Mittelfeld sichern, mehr darf man im Moment nicht verlangen.»

Das erste Meisterschaftsspiel der neuen Saison bestreitet der FC Schlieren am Sonntag 18. August um 15 Uhr bei den U-21-Frauen des FC Zürich.

Autor

Sebastian Schuler

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