Wenn die Urdorfer Fasnachts-Clique Schläflibach die fünfte Jahreszeit einläutet, spielt das bestgehütete Geheimnis des Limmattals dabei eine grosse Rolle. Denn traditionellerweise wird die Identität des neuen Schirmherrn erst am Eröffnungstag gelüftet. Das Rätselraten unter den Fasnächtlern heizte die Stimmung so richtig an; von einer «geheimnisvollen Liste» mit Namen war die Rede. Am Samstag war es endlich soweit: Der neue Schirmherr heisst Stephan Bohnenblust.

Unter dem Jubel der Menge, die sich auf dem Embri-Areal eingefunden hatte, riss sich Bohnenblust seinen Helm – das diesjährige Motto lautet «Achtung Baustelle» – sowie die verdeckende Perücke vom Kopf. Kurz zuvor kündigte Zeremonienmeister Daniel Leutwiler an, dass der neue Schirmherr allen gefallen werde: «Man kennt ihn überall und er ist ein urchiger und bodenständiger Bursche». Nichtsdestotrotz ging nach der Enthüllung ein Raunen durch die Reihen, denn das neue Aushängeschild des Vereins wohnt und arbeitet in Dietikon.

Ein waschechter Urdorder

Bohnenblust ist dennoch ein waschechter Urdorfer. «Ich kenne hier in der Gemeinde zehnmal mehr Leute als in Dietikon», so der frischgebackene Schirmherr gegenüber der Limmattaler Zeitung. Schliesslich sei er hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Der Vater von zwei Buben ist nicht zuletzt durch den FC Urdorf eine lokale Berühmtheit. Als Tätschmeister von deren Festveranstaltungen aber auch als Organisator der beliebten FCU Bar machte er sich einen Namen.

Die drei Präsidenten der Clique Schäflibach haben ihn bereits an der letzten Fasnacht angesprochen, ob er bereit wäre, als Schirmherr 2017 anzutreten. «Ich habe mir das überlegt und Ende letzten Sommer war dann klar, dass ich das Amt übernehme». Die Geheimhaltung sei nicht schwer gewesen. «Manchmal lag es aber schon auf der Zunge», fügt Bohnenbust an, der immerhin seine Ehefrau einweihen durfte.

Auf den Mitinhaber einer Firma für elektrische Verteilungs- und Steuerungsanlagen wartet nun eine spassige Zeit mit vielen aufregenden Terminen, wie etwa dem grossen Hofball auf der Insel Mainau. Sein Vorgänger Thomas Bader beschrieb die Zeit als Schirmherr als sensationell. «Hinter dem, was die Mitglieder der Clique Schäflibach hier mit ihren Untergruppen betreiben, steckt ein enormer Aufwand», wie er in seinen Abschiedsworten auf der Webseite der Clique Schäflibach schrieb. Es sei schön, zu sehen, wie viel Herzblut, Arbeitsaufwand und Lebensfreude dahinterstehe.

Zunächst wurde aber ausgelassen die Fasnachtseröffnung gefeiert. Neben der Urdorfer Guggenmusik Stiereschränzer, die mit ihren schmucken Reifröcken die Szenerie beherrschten, gaben sich auch die Schränzerclique aus Niederwil, die Kappeli-Clique aus Baden sowie die Froschfäger aus Hombrechtikon für ein Platzkonzert die Ehre. Wegen der klirrenden Kälte zog es das Publikum nach der Verkündung aber schnell ins warme Kafistübli, das im letzten Jahr neu lanciert wurde, oder in den Embri-Saal, in welchem DJ Outside für Stimmung sorgte.