dIETIKON
Der neue Jugendtreff «link» setzt auf christliche Werte

Im Jugendtreff der evangelischen Freikirche Bewegung Plus in Dietikon wird nicht nur «getöggelet» und geredet. Der Jugendtreff setzt auf klare Werte: Ein «sauberer» Umgang mit Drogen, Alkohol oder Internetpornografie wird grossgeschrieben.

Carla Stampfli
Merken
Drucken
Teilen
Philipp Erne und Patrick Siegenthaler freuen sich auf die Jugendlichen.

Philipp Erne und Patrick Siegenthaler freuen sich auf die Jugendlichen.

ces

An der Wand des Jugendtreffs ist in grossen Buchstaben zu lesen: «Bliib suuber», «Bliib respektvoll». Die Aussage ist das Erste, was beim Betreten des neuen Lokals im Stadtzentrum von Dietikon ins Auge sticht. Der Töggelikasten, die moderne TV- und Musikanlage, die Spielkonsole, die Bar oder die Sofas und Sitzhocker geraten dabei fast in den Hintergrund.

Das «link» wird von der evangelischen Freikirche Bewegung Plus geführt, steht jedoch allen Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren am Freitagabend offen. «Die einzige Voraussetzung, die Teenager erfüllen müssen, ist, dass sie diese Werte einhalten», sagt Pfarrer Philipp Erne und zeigt auf die Wand.

Respekt gegenüber anderen Menschen und Kulturen sowie einen sauberen Umgang mit Drogen, Alkohol oder Internetpornografie werden im «link» grossgeschrieben. Ihm und Jugendpfarrer Patrick Siegenthaler ist es ein Anliegen, den Jungen diese Werte mit auf den Weg zu geben.

Das «link»-Team, zu dem auch die freiwilligen Mitarbeiterinnen Deborah Schill und Jael Schmid gehören, hat sich zum Ziel gesetzt, die Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und gemeinsam Themen anzusprechen, die aktuell sind oder die sie gerade beschäftigen.

Ob sie denn nicht befürchten, dass Junge dem Treff abgeneigt sein könnten, weil die evangelische Freikirche dahinter steht? Bei den Teenagern sei das kein Hindernis, ist Erne überzeugt; Eltern hingegen könnten eher skeptisch sein. «Klar sind wir eine Freikirche und glauben, dass christliche Werte das Leben stark prägen können», sagt Siegenthaler. Das Lokal sei jedoch keine Kirche. Sondern ein Ort, der Jungen ermöglicht, ausserhalb des familiären und schulischen Umfelds Kontakte zu knüpfen – daher auch die Wahl des Namens «link».

An der grossen Eröffnungsparty vor zwei Wochen nahmen auch 35 Jugendliche teil. «Es sind alles Dietiker, die in keinerlei Verbindung mit der Freikirche stehen», sagt Erne. Schweizer, Italiener, Inder oder Jugendliche, die aus muslimischen oder anderen Ländern stammen, würden sich im «link» treffen.

Damit sich die Jungen untereinander besser vernetzen können, bietet der Treff in der Turnhalle Wolfsmatt am Freitagabend auch eine Sportstunde an. «Es ist eine gute Art und Weise, die eigenen Grenzen kennenzulernen», sagt Jugendpfarrer Siegenthaler. Ausserdem helfe der Sport, Beziehungen zu stärken. Obwohl es bereits das Jugendzentrum der Stadt Dietikon gibt, haben die beiden 36-Jährigen entschieden, ein weiteres Angebot für Junge aufzubauen. «Wir stehen nicht in Konkurrenz miteinander», sagt Erne und fügt lachend an: «Der grösste Jugendtreff ist sowieso der FC Dietikon.»

Mit einem Budget von rund 40'000 Franken wurde das Lokal ausgebaut, das zuvor für kircheninterne Anlässe benutzt worden war. Es bietet Platz für 50 Teenager – die beiden Pfarrer rechnen längerfristig jedoch mit 20 bis 25 Jungen. Denn ihnen ist es wichtig, dass rund um das Lokal Ordnung herrscht. «Sobald es mehr werden, reichen wir vier Leiter nicht aus», sagt Erne.

Ein Jahr gibt sich das Team Zeit, um zu sehen, wie sich der neue Treff entwickelt. Falls das Lokal Anklang findet, wären neue Öffnungszeiten oder ein Angebot für Jugendliche über 16 Jahren eine Option. Doch das «link» will erst einmal «klein anfangen». «Dann sehen wir weiter», sagt Siegenthaler