Schlieren
Der Naturschutz hat die Schützen abgelöst

Das ehemalige Schützenhaus am alten Zürichweg in Schlieren wird derzeit vom Hundedressurverein und einem Landwirtschaftsbetrieb genutzt. Die Stadt will die Zusammenarbeit mit dem Natur- und Vogelschutz intensivieren.

Florian Schmitz
Drucken
Teilen
Eine engere Zusammenarbeit mit dem Natur- und Vogelschutz ist geplant. (Archiv)

Eine engere Zusammenarbeit mit dem Natur- und Vogelschutz ist geplant. (Archiv)

Vor 17 Jahren verliessen die letzten Sportschützen ihre Heimstätte am alten Zürichweg 50 in Schlieren. Über ein Jahrzehnt später gab der Stadtrat im Oktober 2013 die Prüfung eines allfälligen Rückbaus oder einer Umnutzung in Auftrag. Bis heute steht das Gebäude fast unverändert an Ort und Stelle. Zurzeit werden die Räume vom Hundedressurverein Schlieren und von einem landwirtschaftlichen Betrieb gemietet. Dies schreibt der Stadtrat in einer Antwort auf eine kleine Anfrage von Dominik Ritzmann (Grüne).

Der Gemeinderat wollte von der Exekutive wissen, was seit den Abklärungen vor fünf Jahren mit dem Schützenhaus passiert ist. Dabei bemerkt er, dass sich das Grundstück – das sich in der Freihaltezone befindet und damit nicht gewerblich genutzt werden darf – für eine ökologische Aufwertung mit Rastmöglichkeiten anbiete.

Änderungen bei der Nutzung seien kurz- und mittelfristig nicht geplant, schreibt der Stadtrat weiter. Zurzeit geprüft werden laut Stadt die Anliegen des von der Abteilung Bau und Planung ausgearbeiteten «Aufwertungsprojekts Schlierenberg» sowie mögliche Aktivitäten des Vogel- und Naturschutzvereins Schwalbe. Für die nächsten drei bis fünf Jahre soll die Anlage «im bestmöglichen Einklang zwischen minimalem naturnahen Vereinsbetrieb, der Landwirtschaft und den Aktivitäten von Natur- und Vogelschutz stehen».

Eine engere Zusammenarbeit mit dem Verein kann sich der Stadtrat vorstellen bezüglich der Pflege der Hecke auf dem Gelände, die im Natur- und Landschaftsinventar der Stadt Schlieren aufgeführt ist. Diese werde bei einer ökologischen Bewirtschaftung mit Bundesgeldern unterstützt, schreibt die Stadt in ihrer Antwort.

Rückbau ist nicht möglich

Doch was ist eigentlich aus den 35 000 Franken geworden, die der Stadtrat 2013 für die Projektierung der Umnutzung oder den allfälligen Rückbau genehmigte?

Im Oktober 2015 nahm der Stadtrat zur Kenntnis, dass das 1966 errichtete Schützenhaus nicht zurückgebaut werden kann. So kam die aktuelle Vermietung zustande. Denn in der Freihaltezone ist laut Exekutive eine Nutzung möglich durch «Landwirtschaftsbetriebe sowie Institutionen und Vereine, welche einen zonenkonformen und naturnahen Betrieb gewährleisten». Diese ist für die Stadt kein gewinnbringendes Geschäft: Den jährlichen Aufwand von 28 500 Franken kann sie mit den Mieteinnahmen von rund 2000 Franken nicht kompensieren.

Geld für Planung und Reinigung

Von den bewilligten 35 000 Franken hat der Stadtrat bis heute 30 131 Franken investiert. Rund 80 Prozent davon seien für Planungs- und Abklärungskosten angefallen, schreibt die Stadt. Parallel dazu sei ein minimaler Unterhalt geleistet worden. Als Nächstes stehen Malerarbeiten an der Fassade an, um Sprayereien zu entfernen.