Dietikon
Der Mingiolfpark Mühlematt lockt auch Gäste von ausserhalb der Region an

DIe gute Bewertung des Dietiker Minigolfparks auf Google Maps sorgt für Gäste, die von weither in den Bezirkshauptort kommen, um Minigolf zu spielen. Rund zehn Jahre wird es den Minigolfpark auf jeden Fall noch geben.

Ly Vuong
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Yannick Grieco spielt sonst eigentlich Tennis. Er findet, beim Minigolf müsse man genauer spielen als beim Tennis.
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Wer gewinnen will muss konzentriert bei der Sache sein. Im Bild: Luana Grieco
Ursi Karpf aus Urdorf spielt mit selbstmitgebrachten Bällen. Denn je nach Bahn ist ein schneller oder langsamer Ball besser.
Walter Wiederkehr betreibt die Anlage voraussichtlich noch bis 2027. Dann läuft der Baurechtsvertrag aus und das Grundstueck der Anlage soll bebaut werden.
Die Besucher des Minigolfparks schätzen die schattigen Plätze und die Erfrischungen im Restaurant.
Volker Schneppendahl aus Buchs kam für eine Glace vorbei, um seinen Kollegen Walter Wiederkehr zu besuchen, der die Anlage betreibt.
Natürlich ist bei der momentanen Hitze auch Mineralwasser hoch im Kurs.
Im Bild schlägt Enzo Grieco ab – genau beobachtet von seinen Begleitern.
Minigolfspielen sei keine Frage des Alters, sagt der 89-jährige Kurt Hagenbuch. Er spielt locker ein Ass, versenkt den Ball also mit einem Schlag.
Für diese Bahn braucht es einen schnellen Ball, der hoch aufspringt, wenn man ihn fallen lässt, denn man versenkt ihn indirekt über die Banden. Sozusagen wie beim Billiard. wie beim Billard. Im Bild: Minigolf-Spieler Roger Karpf.
Der Betreiber des Minigolfparks Mühlematt, Walter Wiederkehr, sagt, Minigolf sei eine höfliche Sportart. Denn man zeigt Bedauern, wenn der Gegner den Ball nicht versenkt.
Zu Besuch im Dietiker Minigolfpark Mühlematt
Der 10-jährige Hichem Lamiri aus dem tunesischen Djerba versucht gerade den Ball zu versenken. Die Anlage gefällt ihm, weil es viel Grün hat.
Die 18 Bahnen im Dietiker Mingiolfpark Mühlematt sind normiert und damit gleich aufgebaut wie die Ur-Minigolfanlage des Tessiner Gartenarchitekten Paul Bongni, die vor 64 Jahren erstellt wurde.
Der Dietiker Minigolfpark wurde vor 51 Jahren erbaut.
Auch im Minigolfpark Mühlematt zeigt sich die Sommerhitze durch braun gewordenes Gras.
Eine der schwierigsten Bahnen ist die sogenannte Vulkan- respektive Gugelhopfbahn, bei der man den Ball durch einen Tunnel schiessen muss und bei der das Loch auf einem kleinen Hügel ist.

Yannick Grieco spielt sonst eigentlich Tennis. Er findet, beim Minigolf müsse man genauer spielen als beim Tennis.

Ly Vuong

Die Grasflächen zwischen den 18 roten Beton-Spielbahnen des Minigolfparks Mühlematt sind durch die Sommerhitze teilweise bräunlich geworden. Der angrenzende Marmoriweiher konnte die sengende Sonne nicht abfangen. «Normalerweise braucht es fünf Stunden, um die ganze Anlage zu mähen, doch durch die heissen Temperaturen hat sich dies erübrigt», sagte Walter Wiederkehr, der die Anlage seit 21 Jahren zusammen mit seiner Frau Esther und vier Mitarbeiterinnen betreibt.

«Wir sind tendenziell kein spontaner Ausflugsort», sagt Wiederkehr. Einzig, wenn gutes Wetter vorhergesagt wird und eintrifft, kämen eher Spieler auf die Anlage. Die beste Werbung sei die Zufriedenheit der Gäste.

Und diese Zufriedenheit ist vorhanden. Das zeigen die Bewertungen auf dem Online-Dienst Google Maps: 4,8 von 5 möglichen Sternen hat der Dietiker Minigolfpark. Und so kamen am Samstag auch drei Besucherinnen, die sich aufgrund Google Maps für den Ausflug entschieden hatten. Zum Beispiel die Zürcherin Anna-Lena Weber, die auch die gute Erreichbarkeit der Anlage lobte. «Bei dieser Hitze ist es hier nicht überfüllt und Schattenplätze hat es auch», fand zudem ihre Kollegin Sibylle Bohne. Sie wollten etwas anderes machen als in die Badi zu gehen, ergänzte Prisca Mäder aus Wädenswil.

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Said Lamiri (46) aus Djerba (Tunesien) «Heute ist unser letzter Ferientag in der Schweiz. Meine Söhne und ich sind hier mit meinem Arbeitskollegen Enzo Grieco. Hier ist es schön grün, ruhig und lässig.»
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Luana Grieco (11) aus Weiningen «Mit meinem Vater und meinem Bruder spielten wir dieses Jahr Minigolf auf Ibiza. Die Anlage Mühlematt ist grösser und gepflegter als jene in Ibiza.»
Ursi Karpf (58) aus Urdorf «Ich bin im Minigolfclub Mühlematt und spiele pro Woche etwa drei Mal. Im Hochsommer auch am Abend. Nach dem Spiel schätze ich die Erfrischung im Restaurant.»
Roger Karpf (60) aus Urdorf «Die Minigolfanlage in Dietikon ist ruhig gelegen und ein Naherholungsgebiet, zu dem man Sorge tragen muss. Es hat hier sogar Palmen. Es fehlt nur noch das Meer.»
Kurt Hagenbuch (89) aus Dietikon «Weil ich hier wohne und im Minigolfclub Mühlematt bin, komme ich gerne hierher. Das Alter spielt beim Minigolf keine Rolle. Wichtig ist, dass man schön gerade spielt.»

Said Lamiri (46) aus Djerba (Tunesien) «Heute ist unser letzter Ferientag in der Schweiz. Meine Söhne und ich sind hier mit meinem Arbeitskollegen Enzo Grieco. Hier ist es schön grün, ruhig und lässig.»

az Limmattaler Zeitung / Ly Vuong

Etwa zwei bis vier Mal im Jahr kommt der Weininger Enzo Grieco hierher, um mit seinen Kindern Minigolf zu spielen. Dieses Mal nahm er seinen Arbeitskollegen mit: Said Lamiri aus dem tunesischen Djerba und dessen zwei Söhne, die in der Schweiz ihre Ferien verbrachten. «Ich spiele zum ersten Mal Minigolf. Es ist ein interessanter Sport», zeigte sich der 7-jährige Haythem Lamiri angetan.

Auch bei Prominenten beliebt

Zu den regelmässigen Besuchern zählen Mitglieder vom Minigolfclub Mühlematt. «Zum Minigolfpark, der bei warmer Jahreszeit und trockener Witterung offen ist, kommt täglich jemand vom Verein», sagte Wiederkehr. Weil Minigolf keine Profisportart ist, sei es schwierig, Nachwuchsspieler zu finden. Am Minigolf gefalle ihm, dass Fünfjährige mit Grosseltern zusammenspielen können. Prominente wie Moderator Matthias Hüppi, Fussballspieler Hakan Yakin oder Ex-Skirennfahrer Urs Lehmann habe er auch schon auf der Anlage gesichtet. Überhaupt schaue er gerne zu, wie sich die Besucher durch die Bahnen schlagen. «Minigolf ist eine höfliche Sportart. Man zeigt Bedauern, wenn es der Gegner verpasst, den Ball zu versenken», so Wiederkehr. Den Anfängern gibt der Betreiber der Anlage jeweils Tipps zur Haltung und zum Schlag.

Keine Anleitung brauchte das Ehepaar Ursi und Roger Karpf aus Urdorf. Als erfahrene Spieler brachten sie eigene Schläger und Bälle mit. «Mit der Zeit wissen wir, welcher Ball sich für welche Bahn eignet», so Ursi Karpf. Bälle, die hoch aufspringen, wenn man sie fallen lässt, seien schnelle Bälle. Diese eignen sich für Bahnen, bei denen man den Ball über die Banden indirekt versenkt. Die schwierigste Bahn findet Roger Karpf die Vulkan-Bahn, bei der man den Ball zuerst durch einen Tunnel und dann ins Loch lotst, das auf einem Hügel liegt. Doch auch dort sei ein Ass, also ein einziger Schlag, möglich.

2027 läuft der Vertrag aus

Der Minigolfpark Mühlematt ist 51 Jahre alt und so normiert wie die Ur-Minigolfanlage des Tessiner Gartenarchitekten Paul Bongni. Dieser hatte seine Anlage vor 64 Jahren patentieren lassen. Durch die Normierung werden Vergleiche möglich. 2027 wird Wiederkehr 67-jährig und in Pension sein. Dann läuft auch der Baurechtsvertrag der Anlage aus, was bedeutet, dass das Grundstück, auf dem sich der Park befindet, bebaut werden soll. Besucher Urs Fischer aus Dietikon bedauert das nahende Ende: «Ein Naherholungsgebiet wird so verloren gehen.»