Ein wenig habe er schon ein mulmiges Gefühl gehabt, sagt Daniel Issler, Geschäftsführer der Limmattalbahn AG, am Abstimmungssonntag. Doch am Ende resultierte ein klares Ja zur Limmattalbahn – auch im Bezirk Dietikon. «Wir hatten gewettet; die Prognosen lagen zwischen 60 und 67 Prozent Stimmen für die Limmattalbahn», sagt Issler. Nun sind kantonsweit fast 83 Prozent für den Weiterbau der Bahn – und im Bezirk Dietikon fast 64 Prozent. Wichtig sei wohl auch die Erfahrung gewesen, dass der Bau der ersten Bahnetappe in Schlieren weniger Stau als befürchtet gebracht habe, meint der Limmattalbahn-Chef.

Neben ihm verfolgt Schlierens alt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) das Eintreffen der Resultate. Er hat zusammen mit Dietikons alt Stadtpräsident Otto Müller (FDP) das Nein-Komitee zur Stopp-Limmattalbahn-Initiative angeführt, während in Schlieren schon die erste Limmattalbahn-Etappe im Bau war. Brühlmann ist erleichtert: «Jetzt kann die Planung zu einem sinnvollen Abschluss geführt werden.» Staatspolitisch sei es eigentlich nicht notwendig gewesen, ein zweites Mal abzustimmen. Schliesslich habe das kantonale Stimmvolk bereits 2015 Ja zur Limmattalbahn gesagt.

Bauarbeiten sollen verträglich gestaltet werden

Für Otto Müller hat der Umschwung im Limmattal – 2015 lehnte der Bezirk Dietikon das Bahnprojekt noch mehrheitlich ab – vor allem zwei Gründe: «Man ist gegen halbe Sachen. Und man sieht die Notwendigkeit des Projekts jetzt besser als vor drei Jahren.»

Der amtierende Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) sagt: «Ich bin froh, dass jetzt auch in Dietikon ein Ja zur Bahn resultiert hat. Das macht die Realisierung einfacher. Dennoch werde man die Skeptiker – 47,65 Prozent der Dietiker wollten den Limmattalbahnbau stoppen – ernst nehmen und darauf achten, dass die Bauarbeiten für die Bevölkerung und das Gewerbe verträglich gestaltet werden. «Ich hoffe, dass jetzt Ruhe auf der politischen Ebene einkehrt», fügt der aktuelle Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) an.