Dietikon

Der lange Kampf um das Gebiet Mühlehalden geht zu Ende

Jetzt ist er Realität: 2008 gingen die Wogen hoch, als über den Gestaltungsplan abgestimmt wurde. Archiv/MU

Jetzt ist er Realität: 2008 gingen die Wogen hoch, als über den Gestaltungsplan abgestimmt wurde. Archiv/MU

Im Gebiet Mühlehalden kann bald gebaut werden – über fünf Jahre nach dem Volks-Ja. Die Zürcher Baudirektion hat den Gestaltungs- und Quartierplan im Juli genehmigt. Der letzte Rekurs ist damit vom Tisch.

Ein jahrelanges Prozedere ist bald abgeschlossen und im Dietiker Mühlehaldenquartier kann nach langwierigem Rechtsstreit gebaut werden: Die Zürcher Baudirektion hat den Gestaltungs- und Quartierplan im Juli genehmigt. Der letzte Rekurs ist damit vom Tisch.

«Rechtlich gesehen gibt es keine Möglichkeiten mehr für einen Weiterzug», sagt Jürg Bösch, Leiter Stadtplanungsamt. Ein Rekurs war übrig geblieben, der bis ans Verwaltungsgericht weitergezogen wurde.

Demnächst werden die Arbeiten am Quartierplan abgeschlossen. Die Stadt spricht von «besonders guten Lösungen bezüglich der Hangeingliederung von möglichen Neubauten und der Verkehrserschliessung.»

Es dauerte, bis es so weit war: 2008 sagte das Volk Ja zum Gestaltungsplan, 2010 hatte der Stadtrat den Quartierplan abgesegnet. Ein Rekurs löste ein langwieriges Rechtsverfahren aus, das sich bis heute hinzog.

Widerstand war absehbar

Tatsächlich überrascht das nicht. Der Widerstand war von Anfang an gross. Es gab unzählige Leserbriefe und am 24. Februar 2008 spielte sich im Dietiker Wahlbüro ein richtiger Wahlkrimi ab: Der Gestaltungsplan wurde an der Urne mit nur zwei Stimmen Unterschied angenommen. Vier Mal zählte die Wahlkommission die Stimmzettel aus, am Ende musste der Bezirksrat die Gültigkeit der Abstimmung überprüfen.

Die bürgerlichen Parteien befürworteten den Gestaltungsplan, links-grün stellte sich dagegen und ergriff das Behördenreferendum. Die Projektgegner betonten den Wert des Erholungsraumes im Reppischtal.

Es gehe nicht an, den idyllischsten Teil des Quartieres mit quartierfremden Bauten zu verschandeln. Zudem handle es sich um ein altes, gewachsenes Quartier. Sie forderten eine Freihaltezone für das Gebiet.

«Ich muss mich fügen»

Projektbefürworter ihrerseits bezeichneten das Bauland als eines der Filetstücke von Dietikon: Hanglage, ruhig und doch zentrumsnah. So hofften sie auf neue, gut betuchte Steuerzahler. Zudem verwiesen sie damals darauf, dass das Gebiet schon länger eingezont sei und die Landbesitzer Rechtssicherheit erhalten sollten.

Zu den führenden Projektgegnern gehörte 2008 die Mühlehalden-Anwohnerin und damalige Gemeinderätin Elsbeth Preisig (SP). Bedenken und Skepsis habe sie noch immer, sagte Preisig gestern auf Anfrage.

Denn beim Quartierplan sei vom damaligen Ingenieurbüro viel geplant worden, das eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Heute bleibe ihr aber nicht viel mehr übrig, als sich zu fügen, sagt Preisig. Jetzt bleibt abzuwarten, ob einer der Landbesitzer auch ein Baugesuch einreicht. Das Bauland ist in der Wohnzone für zweigeschossige Bauten. Auch Terrassenhäuser wären am Hang möglich.

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