Seit einigen Wochen verläuft der Verkehr im Schlieremer Zentrum mit neuem Regime. Das imposante rote Flügeldach in der Mitte des Kreisels dient als Schattenspender. Gleich neben dem neuen Stadtplatz droht jedoch über mehrere Jahre eine Brache. Namentlich geht es um den Kulturplatz westlich des Zentrumskreisels, wo der Stadtsaal hätte erstellt werden sollen. Aktuell definiert sich dieser durch aufgerissenen Beton der Badenerstrasse, das Loch der ehemaligen Unterführung ins Mausoleum und durch diverse Container.


Der Schlieremer Gemeinderat Thomas Widmer (Quartierverein) sieht in dieser Situation ein Problem – besonders hinsichtlich der Dauer. Denn gemäss Stadtrat stehe der Kulturplatz erst ab dem Jahr 2023 zur Gestaltung und Nutzung zur Verfügung, wie Widmer in einem Postulat schreibt, das er kürzlich einreichte. Daher bittet er die Exekutive in diesem Vorstoss darum, alle Möglichkeiten zu prüfen und dem Parlament einen Vorschlag vorzulegen, damit der Kulturplatz früher als 2023, im Idealfall bereits 2019, durch die Stadt genutzt werden kann.
Was dereinst erstellt werden soll, ist noch offen. Im Rahmen einer Fragestunde im Schlieremer Parlament vom Mai dieses Jahres sagte der damalige Bauvorstand und heutige Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP), dass die Stadt Laufstrecken und eine Aussenbühne vorsehe, wo dereinst Konzerte stattfinden können. Weiter sei geplant, ein niederschwelliges Konsumangebot zu lancieren, wo mehr als nur Schleckware erhältlich sein werde. Die Planung würde jedoch noch eine Weile dauern und die Einwohner seien eingeladen, ihre Ideen einzureichen.


Nicht vor 2024 nutzbar
Dass das Gelände als Baustellen-Installationsplatz der Limmattalbahn AG genutzt werden soll, wurde in besagter Parlamentssitzung bekannt und sorgte bereits damals bei einigen Ratsmitgliedern für Kopfschütteln. «Dies hat zur Folge, dass für Schlieren einerseits keinerlei Nutzen für diese Fläche besteht und der Platz erst ab 2023 gestaltet werden kann. Zur Verfügung steht er somit nicht vor 2024», schreibt Widmer in seinem Vorstoss, der im Parlament sieben Mitunterzeichner fand. Weiter müsse damit gerechnet werden, dass mit Baufahrzeugen und Transporten durch das Zentrum von Schlieren gefahren werden müsse, woraus unnötige Lärm- und Schmutzemissionen resultieren würden. «Auch rein optisch hinterlässt der Bereich bis zur Räumung einen unschönen Baustellen-Charakter.»
Ist der Kulturplatz dereinst fertiggestellt, stelle er einen bedeutenden Mehrwert dar. «Dieser soll nicht erst nach einem langen Warten in fünf Jahren genutzt werden können», so Widmer, und er fügt an: «Wir sind überzeugt, dass es für die Bauer der Limmattalbahn auch eine Lösung gibt, diesen Platz freizugeben.» So bringt der Stadtparlamentarier andere Beispiele von Freiflächen ins Gespräch, die seiner Meinung nach noch besser als Installationsplatz geeignet sind und auch entlang der Strecke der Limmattalbahn liegen. «Beispielsweise die noch nicht überbaute Fläche westlich des Schulhauses Reitmen oder jene Freifläche unweit der Engstringerkreuzung, die an das Geistlich-Areal grenzt, würden sich eignen», schreibt Widmer. «Für die Schlieremer Bevölkerung, aber auch für das Gewerbe ist es wichtig, dass so schnell wie möglich Ruhe und Ordnung im Zentrum einkehrt.»