Dietikon Gleis21
Der kulturelle «Leuchtturm» wirft erstes Licht

Wegen baulichen Abklärungen verzögert sich die Eröffnung des Dietiker Kulturzentrums Gleis21. Der Verein reagiert mit einem Zwischenprojekt.

Daniel Diriwächter
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Das Brockenhaus Atelier 23 wird etwas verzögert zur Kulturstätte Gleis21.

Das Brockenhaus Atelier 23 wird etwas verzögert zur Kulturstätte Gleis21.

Daniel Diriwächter

Die Stadt Dietikon will mit drei Kulturräumen glänzen. Im Konzept ist von «Leuchttürmen» die Rede, von welchen bislang nur der Stadtkeller strahlt. Die Zehntenscheune auf dem Kronen-Areal sowie das Atelier 23 beim Bahnhof sollen in Zukunft ebenfalls kulturelle Anziehungspunkte werden.

Während für den Ausbau der Scheune ein Architekturbüro gesucht wird, ist man beim Atelier schon weiter: Der eigens letzten Herbst gegründete Verein Gleis21 wird sich dem kulturellen Programm annehmen; aus dem Atelier soll laut dessen Angaben ein «lebendiger und dynamischer Kulturort» entstehen. Die auf den Frühling 2018 geplante Eröffnung wird sich nun aber verzögern. Damit das Haus dieser Nutzung zugeführt werden kann, wird die Stadt die Gebäudehülle, Strom und Sanitärinstallationen sanieren.

Da allerdings früher auf dem Areal eine Farbfabrik untergebracht war, muss das Vorhaben warten. «In einer Voruntersuchung soll abgeklärt werden, ob Altlasten vorhanden sind», sagt Daniela Saxer, Projektleiterin Hochbauabteilung, auf Anfrage. Eine Gefahr für Menschen, die sich im Gebäude aufhalten, bestehe aber nicht. Die Sanierung selbst werde in nächster Zeit dem Stadtrat zur Beschlussfassung unterbreitet.

gleis21-Interim

Samstag, 23. September: Musikanlass / Projekte gesucht vom 16. bis 22. Oktober. Vorschläge können bis zum 18. August eingereicht werden: www.gleis21.ch

Mitmachen erwünscht

Für den Verein ist das kein Grund zur Resignation, im Gegenteil. «Wir akzeptieren den Lauf der Dinge», sagt Vereinspräsidentin Kerstin Camenisch. Die Verantwortlichen reagieren mit dem Zwischenprojekt «Gleis21-interim». Ende September ist der erste Event geplant. «Wir werden das Haus für einen Abend musikalisch aufleben lassen», so die Präsidentin. Mehr möchte sie nicht verraten, denn es soll eine Überraschung für kunst- und musikinteressierte Menschen in und um Dietikon werden.

Ins Visier wird auch die zweite Woche der Herbstferien genommen – der Verein spielt dann den Ball all jenen zu, die dort ein Kunst-, Kultur- oder soziokulturelles Projekt umsetzen möchten. «Man soll bei uns mitmachen dürfen, egal, ob man Vereinsmitglied ist oder nicht», sagt Camenisch. Der Vorstand wird nach der Eingabe entscheiden, welche Ideen infrage kommen.

Gewisse Voraussetzungen müssen erfüllt werden: So soll die Öffentlichkeit daran teilhaben können, Emissionen – insbesondere nachts – müssen gering sein und die Umsetzung liegt alleine beim Projektverantwortlichen. «Der Verein wird das Projekt selbstverständlich kommunikativ und administrativ unterstützen», sagt Camenisch.

Generell hofft Camenisch, bald richtig loslegen zu können. «Wir wünschen uns, dass wir spätestens beim Dietiker Stadtfest 2018 unsere Tore öffnen können.» Es wäre ein idealer Anlass, um auf den Verein und sein Haus aufmerksam zu machen. Bereits jetzt hätten sich rund 150 Personen daran interessiert gezeigt, die Mitgliedschaft für den Beitrag von 50 Franken zu beantragen. «Wir werden aber erst mit der Registrierung von Aktivmitgliedern beginnen, wenn alles geregelt ist», so Camenisch.

Zu guter Letzt rechnet der Verein selbst mit Kosten in der Grössenordnung von einer halben Million Franken, um die Innenräume und das Kulturprogramm zu gestalten. Diesen Betrag gilt es noch zu beschaffen.