Dietikon
Der «Kommabieger» und Grafiker Jörg Hamburger wurde ausgezeichnet

Die Stadt Dietikon würdigt den Grafiker Jörg Hamburger mit dem Kulturpreis.

Ly Vuong
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Der Preisträger und Grafiker Jörg Hamburger mit Tochter Katja Hamburger.
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Publizist Carlo Clivio lüftet in seiner Laudatio ein wohlgehütetes Geheimnis um Jörg Hamburger.
Kulturpreis geht an Jörg Hamburger
Stadtpräsident Otto Müller übergibt Jörg Hamburger den Kulturpreis.
Kulturkommissionsmitglied Agnes Matt moderiert die Preisverleihung.
Die geladenen Gäste diskutieren entspannt an der Preisverleihung.
Reka Jaksics und Noëlle Grüebler sorgen für die musikalische Rahmung.
Jörg Hamburger mit Frau Bettina und Fredi Staub (Sohn des Preisträgers 2003).
Siegfried Zingg (rechts) hat das Foto des Stuhls auf Jörg Hamburgers Plakat geschossen.

Der Preisträger und Grafiker Jörg Hamburger mit Tochter Katja Hamburger.

Ly Vuong

Kulturpreise würden an zwei Spezies von Menschen verliehen, erklärt Publizist Carlo Clivio in seiner Laudatio. Nämlich an Kulturproduzenten und an Kulturförderer. Der Grafiker Jörg Hamburger gehöre zu beiden Kategorien, sagt er und blickt anerkennend in die erste Reihe im Gemeinderatssaal. Dort sitzt der 78-jährige Jörg Hamburger, der sich trotz seiner angeschlagenen Gesundheit über die Würdigung seiner Arbeit freut.

In den 1950er- und 60er-Jahren prägte Hamburger entscheidend den Swiss Style. Die Swiss Graphic Design Foundation bearbeite deshalb zurzeit Hamburgers Lebenswerk, um dieses der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Damit hebe die Foundation Hamburger in den Olymp der Grafikwelt, fährt Clivio fort.

Hamburgers zeitloser Stil

Als «Tüpflischiesser» habe sich Hamburger selbst mal bezeichnet. Seine Kollegen nennen ihn lieber «Kommabieger» oder «un graphiste très protestant», verrät Clivio in seiner Laudatio und lüftet vor den geladenen Gästen der Preisverleihung ein wohlgehütetes Geheimnis: Die seit mehr als 50 Jahren am Stellwerk Zürich befestigte Eisenbahngrafik mit dem riesigen Schriftzug «Zürich» und der zifferlosen Uhr stammt von Hamburger. Das Werk signalisiere für Millionen von Menschen die Ankunft in Zürich und habe sogar die Renovation des Stellwerkes im letzten Jahr überstanden, was für Hamburgers zeitlosen Stil spreche, meint Clivio.

«Jörg Hamburger hat hervorragende Leistungen erbracht und ist mit Dietikon verbunden», sagt Stadtpräsident Otto Müller stolz. Zwei von Hamburgers Plakaten seien in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York zu sehen. Der seit 1967 in Dietikon lebende Hamburger habe auch lokale Spuren hinterlassen, beispielsweise mit der Beschriftung von Schulbauten. Deshalb habe der Stadtrat entschieden, Jörg Hamburger den mit 5000 Franken dotierten Dietiker Kulturpreis 2014 zu verleihen, so Müller.