Mit Feuerwerken und Tischbomben verabschieden sich viele Menschen vom alten Jahr und begrüssen das neue. Obwohl ein bewusster Umgang mit Abfall gesellschaftlich im Trend liegt, zeigen Zahlen aus den Entsorgungsabteilungen der Städte Dietikon und Schlieren: An Silvester bleibt Littering ein grosses Thema.

«Am Neujahrstag wurde vor allem voluminöser Müll produziert», sagt der Schlieremer Werkvorstand Andreas Kriesi (GLP). Feuerwerksreste wie Kartonrohre machen den grössten Teil des zusätzlichen Abfalls aus.

150 Kilogramm Silvester-Müll

Fallen in Schlieren normalerweise täglich zwischen 75 und 150 Kilogramm Abfall an, wurden am Neujahrstag allein im Zentrum der Stadt innerhalb von drei Stunden 45 Kilogramm gesammelt. Zusätzlich kamen gestern im ganzen Stadtgebiet noch 150 Kilogramm Müll dazu, mehrheitlich Überreste der Silvesterfeierlichkeiten. «Die Feuerwerkaufräumarbeiten verursachten insgesamt rund elf Stunden Mehraufwand», sagt Kriesi. Er habe selber auf seinem Heimweg gesehen, wie viel Abfall auf offener Strasse lag.

«Es wäre schön, wenn die Menschen, die Feuerwerke steigen lassen, Selbstverantwortung übernehmen und die Überbleibsel nach dem Abkühlen mitnehmen und im Abfall entsorgen würden», sagt er. «Weniger oder gar kein Feuerwerk wäre besser für das Tierwohl und die Umwelt.» Dennoch hält Kriesi ein Feuerwerksverbot für unverhältnismässig. «Ausser wenn grosse Trockenheit herrschen würde», so der Stadtrat.

«Weniger Abfall als im Sommer»

Auf Twitter richtete am 1. Januar auch der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) einen Appell an die Bevölkerung. «Es wäre toll, wenn alle ihre Überbleibsel der Silvesterfeier auch wieder selber beseitigen und das Aufräumen nicht an die städtische Infrastrukturabteilung abschieben würden», so der Stadtpräsident. Zudem dankte er allen, die das sowieso schon tun, und wünschte ein gutes neues Jahr.

Auf Dietiker Stadtgebiet wurden am Neujahrstag 570 Kilogramm silvesterbedingter Müll gesammelt, am Berchtoldstag waren es 340 Kilogramm. «Dabei war jeweils ein Mitarbeiter einen ganzen Arbeitstag unterwegs», sagt Arno Graf, stellvertretender Stadtschreiber und Leiter der Zentralen Dienste der Stadt Dietikon. «Dies ist aber zum Beispiel deutlich weniger, als in den Sommermonaten gesammelt wird, wo in der Regel über eine Tonne Abfall pro Tag anfällt», sagt Graf.