Birmensdorf
Der Kanton kann die Verteilung der Asylbewerber nur bedingt steuern

Nach dem Brand in der Birmensdorfer Asylunterkunft wünscht sich die Gemeinde in Zukunft eine weniger konfliktträchtige Konstellation von Asylsuchenden. Der Kanton sucht das Gespräch mit den Gemeinden.

Florian Niedermann
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Die «Asylcontainer» nach dem Brand in der Silvesternacht. Zim

Die «Asylcontainer» nach dem Brand in der Silvesternacht. Zim

Die Gemeinde wandte sich nach dem Brand in der Asylunterkunft in der Silvesternacht an den Kanton. Man wollte erreichen, dass in dem Pavillon, der als Ersatz für den ausgebrannten installiert werden soll, eine weniger konfliktträchtige Konstellation von Asylsuchenden untergebracht wird.

Der Kanton zeigt sich in dieser Frage kooperationswillig. Ruedi Hofstetter, Amtschef des Kantonalen Sozialamts, betont aber auch, dass ihm nur begrenzt Spielraum zur Verfügung stehe: «Wir sind wegen den Platzierungen mit allen Gemeinden im Kanton im Gespräch und versuchen, auf ihre Wünsche einzugehen. Unsere Möglichkeiten sind jedoch eingeschränkt, weil wir nur mit denjenigen Asylsuchenden arbeiten können, die wir vom Bund zugeteilt erhalten.»

Familien statt Tunesier

Besonders bei Familien, die als Einwohner von Asylunterkünften sehr beliebt seien, würde die Nachfrage seitens der Gemeinden das effektiv vorhandene Angebot übersteigen, so Hofstetter. Er sieht Tunesier und andere Nordafrikaner nicht als problematischere Asylbewerber an, als solche aus anderen Regionen der Welt: «Momentan hört man vermehrt von Problemen mit Tunesiern, aber das liegt vor allem daran, dass sie im Vergleich zu anderen Nationen derzeit sehr zahlreich unter den Asylsuchenden vertreten sind.»

Ob das Sozialamt des Kantons im Fall Birmensdorf die Wünsche der Gemeinde berücksichtigen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. «Erst mal wird wohl der Container zu ersetzen sein. Zurzeit ist derjenige Teil der Asylunterkunft, welcher durch das Feuer nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde, ausgelastet», erklärt Hofstetter. Welche Klientel den neuen Pavillon beziehen werde, könne man erst dann sagen, wenn der Kanton wieder Asylsuchende unterbringen müsse und die Unterkunft in Birmensdorf instand gestellt sei.

In Birmensdorf fand am Montagabend eine Gemeinderatssitzung statt. Dabei sollten strategische Fragen in der Sache der Asylunterkunft und der Sicherheit im Quartier Reppisch besprochen werden, wie Gemeindeschreiber Angelo Umberg bekannt gab. Heute liess dieser verlauten, dass «dabei nichts Spruchreifes beschlossen worden sei». Konkretere Ergebnisse könnten frühestens Anfang nächster Woche präsentiert werden, sagte Umberg.