In Uitikon kommt es zur Kampfwahl um das Gemeindepräsidium. Wie der aktuelle Finanzvorstand Markus Hoppler (CVP) auf Anfrage bestätigt, wird er in den kommenden Tagen seine Kandidatur für die Nachfolge des zurücktretenden Präsidenten Victor Gähwiler (FDP) auf der Gemeindeverwaltung hinterlegen.

«Nach 14 Jahren in der Exekutive ist die Zeit reif für eine neue Herausforderung», so Hoppler. Doch wie vergangene Woche bekannt wurde, wird ihm das Amt des Gemeindepräsidenten nicht kampflos überlassen. Die FDP-Ortspartei hebt Chris Linder auf den Schild für Gähwilers Nachfolge im Gemeinderat und in seiner Funktion als Gemeindepräsident.

In Uitikon ist Linder kein unbeschriebenes Blatt, denn er ist bereits seit 2006 in der Schulpflege für die Finanzen zuständig. Der bald 64-Jährige ist selbstständiger Berater in der Tourismus- und Dienstleistungsbranche und im Vorstand von Zürich Tourismus.

Der gebürtige Dietiker lebt seit bald 30 Jahren in der Gemeinde. Am Wechsel von der Schulpflege in den Gemeinderat reizt ihn, dass ein grösserer Aufgabenbereich auf ihn zukommt.

Welche Chancen rechnet sich Linder gegen einen Gemeinderat aus, der bereits anderthalb Jahrzehnte im Amt ist? «Sähe ich keine Chancen auf eine Wahl, würde ich nicht kandidieren», so Linder. Durch seine rund zehnjährige Tätigkeit in der Schulpflege habe auch er einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Gemeinde.

Markus Hoppler sieht der Kampfwahl gelassen entgegen: «Mich freut, dass die Bürger eine Auswahl haben.»

Stille Wahl unter Beschuss

Bei den letzten beiden Wahlen in den Uitiker Gemeinderat kam es zu keinen Kampfwahlen. Mangels Alternativen wurden die Kandidaten – Patrik Wolf (FDP) und Markus Stäheli (SVP) – in den Jahren 2013 und 2015 in stiller Wahl gewählt.

Ob zu den zwei bisher bekannten Kandidaten für das Präsidium noch weitere hinzukommen, ist offen. Interessenten für einen Sitz in der Exekutive wie auch im Präsidium müssen sich jedoch sputen.

Die erste Frist für eine Anmeldung zur Wahl endet am 22. März ab, Anfang April verstreicht auch die Verlängerungsfrist. «Wir gehen stark davon aus, dass noch weitere Wahlvorschläge bei uns eingehen», sagt Gemeindeschreiber Bruno Bauder auf Anfrage.

Meldet sich bis dahin neben Linder niemand für Gähwilers Gemeinderatssitz, kommt es zwar zur Kampfwahl ums Präsidium, Linder wäre aber trotzdem in stiller Wahl als Mitglied in die Exekutive gewählt.

Die Stille Wahl stösst jedoch auf Kritik. Erst kürzlich reichte Ulrich Gysel, Mitglied der Grünen Uitikon, auf der Gemeindeverwaltung eine Initiative zur Abschaffung der Stillen Wahl bei Erneuerungswahlen ein.

Dies begründet er damit, dass lediglich die Besucher der Gemeindeversammlungen die Uitiker Behördenmitglieder kennen würden. «Eine Urnenwahl würde zumindest dazu führen, dass sich die Mitglieder der Exekutive alle vier Jahre den Bürgern vorstellen und sich um eine Wiederwahl bemühen», so Gysel.

Eine Rückmeldung auf die geleistete Arbeit zu erhalten, sei schliesslich auch im Interesse der Behördenmitglieder. Aus verschiedenen Gesprächen wisse er, dass er mit seinem Anliegen nicht allein ist. Noch bis Ende März sammelt er weitere Unterschriften und wird diese anschliessend bei der Verwaltung nachreichen.