Schlieren

Der Kampf um Finanzierung des Schlieremer Alterszentrum ist lanciert

Architekturwettbewerb für Alterszenrum am Bach

Architekturwettbewerb für Alterszenrum am Bach

Die Frage ob das Schlieremer Alterszentrum aus eigenen Mitteln oder durch die Pensionskasse SHP finanziert wird, umtreibt die Politik.

Niemand bestreitet, dass Schlieren ein neues Alterszentrum braucht. Das jetzige ist viel zu sanierungsbedürftig und der Standort des geplanten Neubaus nahe des Stadtzentrums bei der Geissweid ist zu gut, als dass der Bedarf angezweifelt wird. Erst kürzlich präsentierte der Stadtrat den Sieger des Architekturwettbewerbs. Das Projekt mit Namen «Der Himmel ist grün» gibt jedoch weniger zu reden, als die Frage nach der Finanzierung des Gebäudes. Diesen Sommer gab der Stadtrat bekannt, dass er beabsichtigt, das Baurecht an die Dietiker Pensionskasse SHP zu vergeben. Diese würde den 40-Millionen-Bau erstellen und die Stadt sich anschliessend mit dem Alterszentrum am Bach einmieten. Dieses Fremdfinanzierungsmodell sorgte bereits für leise Kritik. Bislang beschränkte sich diese jedoch auf Nebensätze in Voten im Stadtparlament oder Aussagen an der Informationsveranstaltung zum Sandbühl-Verkauf.

Mit der Kleinen Anfrage der CVP-Gemeinderätin Heidemarie Busch wird die Finanzierung nun erstmals zum Thema eines politischen Vorstosses. «Es muss verhindert werden, dass der Bau des neuen Altersheims in der Stadtmitte durch ein unvorteilhaftes Finanzierungsmodell gefährdet wird», schreibt sie. Für die Pensionskasse handle es sich derweil um ein gutes Geschäft, weil sie langfristig einen garantierten Mietzins erhält. «Schlieren verliert aber seinen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Bauten. Etwa wenn in 20 oder 30 Jahren umgebaut werden soll», präzisiert Busch auf Nachfrage. «Ein Mieter hat nicht dieselben Möglichkeiten wie ein Eigentümer.»

Heidemarie Busch

Heidemarie Busch

Zudem: «Wenn der Baurechtsvertrag abgelaufen ist, wird die Stadt eine happige Heimfallentschädigung zahlen müssen, um in den Besitz des Altersheims zu kommen», so Busch. Sie erinnert auch an das Nein des Stimmvolks zum Stadtsaal Anfang 2018. «Dasselbe Finanzierungsmodell war auch für dieses Projekt vorgesehen und sicher der Grund für die Ablehnung an der Urne.» Busch will die Grundlagen, auf denen der Stadtrat den Entscheid für das Finanzierungsmodell gefällt hat, verstehen. Daher fordert sie konkrete Zahlen und Berechnungen, mit denen der Stadtrat operierte. «Bietet das Investorenmodell finanzielle Vorteile für Schlieren? Wenn ja, welche?», fragt sie weiter. Zudem will sie in Erfahrung bringen, ob bereits vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt und der Pensionskasse SHP getroffen wurden. Auch fragt Busch den Stadtrat, ob er überhaupt gewillt sei, das Modell einer Eigenfinanzierung zu prüfen. «Ist sich der Stadtrat bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Altersheim bei einer Fremdfinanzierung an der Urne abgelehnt wird, grösser ist als bei einer Eigenfinanzierung?», mutmasst Busch. Daher bringt sie die Möglichkeit einer Vorabstimmung zum Finanzierungsmodell auf.

Auch die Ratslinke hat offene Fragen bezüglich des geplanten Projekts. SP-Gemeinderätin Rixhil Agusi stellte beim vorgelegten Projekt fest, dass der bestehende Spielplatz im Stadtpark noch nicht eingeplant ist. «Ausgerechnet dieser Spielplatz, der meistbesuchte in Schlieren, soll nicht mehr ersetzt werden?» In einer Kleinen Anfrage möchte Agusi daher wissen, ob tatsächlich auf den Spielplatz verzichtet werden soll und wenn ja, warum?

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