Oetwil
Der Jazz-Club blinzelt in die Zukunft

Am jährlichen Brunch des Jazz-Clubs Oetwil haben sich der Präsident und ein Vorstandsmitglied verabschiedet.

Tabea Wullschleger
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Applaus nach dem Auftritt des scheidenden Vorstandsmitglieds Fredi Frei.
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Brunch des Jazz-Clubs Oetwil
Das Anstehen fürs Buffet lohnte sich.
Die grösste Schwierigkeit am Buffet war, alles auf den Teller zu bekommen. Jazz-Club Brunch, Oetwil, Fredi Frei, Hans Schweizer,
Auf dieses reichhaltige Zmorge folgte ein warmes Buffet und ein Dessertbuffet.
Die grosse Auswahl am Buffet wurde geschätzt.
Fredi Frei bedankt sich bei allen für die tolle Zeit im Jazz-Club Oetwil.
Ungeachtet seiner mehr als 80 Jahren legte Werner Neumann auf der Trompete seine Soli hin.
Die Zigerhorns-Dixielandband traf den Geschmack des Publikums.
Helferinnen und Helfer schenkten Cupli und Kaffee aus.
Der abtretende Präsident Hans Schweizer und seine Enkelin Sophia, die tatkräftig mithalf.

Applaus nach dem Auftritt des scheidenden Vorstandsmitglieds Fredi Frei.

Am Sonntagmittag sind im Dorfkern von Oetwil auf einmal jazzige Klänge zu hören. Sie kommen aus der Gemeindescheune. Dort geniessen rund 110 Personen am alljährlichen Jazz-Brunch des Jazz-Clubs Oetwil Kulinarisches und Musikalisches . Für zwei wichtige Figuren des Vereins ist dies der letzte Anlass: Präsident Hans Schweizer und Vorstandsmitglied Fredi Frei werden bei der kommenden Generalversammlung beide ihr Amt abgeben.

16 Jahre war Fredi Frei im Jazz-Club Oetwil dabei, selbst dann noch, als er ins Glarnerland zog. «Der diesjährige Brunch steht ganz im Zeichen von Fredi Frei», sagt Vereinspräsident Schweizer. Frei habe auch die Band ausgewählt, die zwischen dem Frühstücksbuffet, dem warmen Buffet und dem Dessertbuffet ihre Sets spielt: die ‹Zigerhorns-Dixielandband’ kommt wie Frei aus dem Glarnerland.

Die sechsköpfige Formation erntet bei ihrem Auftritt am Jazz-Brunch immer wieder spontanen Zwischenapplaus. Besonders lang applaudiert wird, als Frei bei einem Stück am Saxofon mit auf der Bühne steht.

Dort sagt er dann auch mit einem Augenzwinkern, die Musiker seien alle höchstens 69-einhalb Jahre alt. Damit spielt er auf die Regel von Vereinspräsident Schweizer an, der wenn immer möglich niemanden über 70 auf der Bühne haben wollte. Das Alter der Musiker und vor allem der Mitglieder ist auch im Publikum Thema. Allen fällt auf, dass «die Leute hier alt oder sogar sehr alt sind», wie eine Besucherin aus Dietikon sagt.

Wechsel ist Chance für den Verein

Deshalb wird auch der Generalversammlung, die in einem Monat stattfinden wird, gespannt entgegengeblickt. Dort werden nämlich ein neuer Präsident und drei neue Vorstandsmitglieder zur Wahl vorgeschlagen. «Wenn man sich im Umfeld des Vereins bewegt, weiss man zu 99 Prozent, wer das sein wird», sagt Erich Grätzer, langjähriges Mitglied des Jazz-Clubs. Offiziell verkündet wurden die Namen allerdings noch nicht.

Doch allein schon die Tatsache, dass gleich vier neue Leute bereit sind, sich zu engagieren, wird mit Freude aufgenommen. «Dieser personelle Wechsel ist eine Chance für den Verein», findet Grätzer. Wichtig sei jedoch, dass sich auch auf der Ebene der Mitglieder neue, und vor allem jüngere Jazzbegeisterte finden lassen.

Letzteres wird sich wohl kaum verwirklichen lassen, ohne dass sich der Jazz-Club musikalisch öffnet. Wie dies in einem Verein, wo «die Fans des New-Orleans- und Dixieland-Jazz in der Mehrheit sind», wie Grätzer und auch Frei sagen, funktionieren wird, wird sich zeigen. Für dieses Mal jedenfalls kamen die Dixieland-Fans am Jazz-Brunch voll auf ihre Kosten.

Und auch Frei und Schweizer sind zufrieden «Ich blicke dem Abschied locker entgegen», sagt Frei, «der Verein wird weiterbestehen und ich werde immer wieder für Konzerte ins Limmattal zurückkommen.»