Schlieren
Der «grüne Gedanke» als Motivation: Elektroautos sind nicht aufzuhalten

Am Tag der Elektromobilität und des Solarstroms konnten Besucher mit diversen Fahrzeugen Probefahrten unternehmen.

Daniel Diriwächter
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E-Mobile Schlieren Die Familie Renggli aus Bonstetten testet einige der Elektrofahrzeuge und zeit sich begeistert.
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E-Mobile Schlieren Die Familie Renggli aus Bonstetten testet einige der Elektrofahrzeuge und zeit sich begeistert.
E-Mobile Schlieren Auch von innen können sich die Elektrofahrzeuge sehen lassen.
E-Mobile Schlieren Bei der Führung für Teilnehmer aus der Lokalpolitik am Schlieremer Tag der Elektromobilität und Solarstrom.
Tag der Elektromobilität
E-Mobile Schlieren Projektleiter Urs Schwegler (links) von e'mobile und Stadtrat Stefano Kunz am Tag der Elektromobilität und Solarstrom in Schlieren.

E-Mobile Schlieren Die Familie Renggli aus Bonstetten testet einige der Elektrofahrzeuge und zeit sich begeistert.

Daniel Diriwächter

Was waren das doch für krachende Vehikel, die in der Filmreihe «Zurück in die Zukunft» dank Abfall durch die Szenerie düsten. Ende der 1980er-Jahre wurde zumindest in Hollywood angenommen, dass man in 30 Jahren damit auf fossilen Brennstoff verzichten kann. Vielleicht war es für die Drehbuchautoren ein zu kühner Gedanke, dass man in Zukunft ein Auto an die Steckdose anschliessen kann?

Eine Demonstration dessen, was die Wirklichkeit bietet, war am Samstag beim Werkhof Schlieren zu bestaunen: Am Tag der Elektromobilität und des Solarstroms, den die Stadt zusammen mit e’mobile, einer Fachgesellschaft von Elektrosuisse, durchführte, stand in erster Linie eine Flotte von Elektrofahrzeugen namhafter Hersteller für Testfahrten bereit.

Unter den interessierten Besuchern waren auch Aylin und Andreas Renggli mit Tochter Alisha. Die junge Familie aus Bonstetten drehte einige Runden mit zwei Fahrzeugen. Der «grüne Gedanke» sei ihre Motivation. «Wir haben noch einen Benziner, wollen aber in naher Zukunft auf ein Elektromobil umdisponieren», sagte Andreas Renggli. Ein Auto soll für ihn alltagstauglich sein. «Wir benötigen das Fahrzeug nicht zum Pendeln, aber für die Ferien oder auch zum Einkaufen soll es geeignet sein.» Die Begeisterung über die Fortbewegung selbst war hoch. «Das Fahren ist sehr ruhig und angenehm», so Aylin Renggli.

Die Auswahl an Elektrofahrzeugen war beachtlich. Aus diesem Grund lud Stadtrat Stefano Kunz Teilnehmende aus der Lokalpolitik auf eine Führung ein. Unter ihnen der Schlieremer GLP-Gemeinderat Andreas Kriesi, der sich beeindruckt zeigte.

«Obwohl mein bevorzugter Transport die öffentlichen Verkehrmittel sind, ist ein solches Auto toll», sagte er. Allerdings gab er zu bedenken, dass Elektrofahrzeuge zwar einen Fortschritt darstellen, aber der Strom auch vollumfänglich aus erneuerbaren Energiequellen stammen sollte. Zudem seien die Fahrzeuge noch etwas teuer, so Kriesi. Gewisse Modelle nach neustem Standard kosten 80 000 Franken aufwärts.

Der erste Meilenstein

Trotz solcher Preise boomt der Markt, so Urs Schwegler, Projektleiter bei e’mobile. «Als Mitte der 1970er-Jahre die erste Erdölkrise die Welt erschütterte, begann man sich ernsthaft mit Elektrofahrzeugen auseinanderzusetzen.» 1980 wurde dann in der Schweiz die Fachorganisation e’mobile gegründet, die sich der Förderung zur Markteinführung von Elektrofahrzeugen verschrieb. Obwohl von der herkömmlichen Autoindustrie stiefmütterlich behandelt, oder gar bekämpft, wuchs das Interesse, bis 2011 Mitsubishi einen Wagen auf den Markt brachte, der die Technologie in neues Fahrwasser brachte. Waren es damals noch Wagen, die «nur» per Steckdose geladen wurden, sind es heute mehrheitlich Hybridfahrzeuge, die einen Elektro- sowie einen Benzinmotor haben. «Diese sind nicht mehr aufzuhalten», sagte Schwegler zuversichtlich.