Limmattal
Der grosse Ansturm auf das 1.-August-Feuerwerk bleibt noch aus

Das Verbot für das Abfeuern von Feuerwerk ist aufgehoben. Philipp Locher sagt, dass seine Kunden ihre Ware dennoch erst kurz vor dem 1. August kaufen werden

Anina Gepp
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Seit gestern kann vor dem Westeingang des Shoppi Tivoli in einem Zeltstand ebenfalls Feuerwerk gekauft werden.

Seit gestern kann vor dem Westeingang des Shoppi Tivoli in einem Zeltstand ebenfalls Feuerwerk gekauft werden.

Anina Gepp

Freunde des Feuerwerks haben sehnlichst darauf gewartet, dass der Kanton Zürich das Zünden der bunten Sprengkörper für den 1. August erlaubt. Lange war nicht klar, ob es dafür aufgrund der langen Hitzeperiode nicht zu trocken sein dürfte. Die Gefahrenstufe der Waldbrandgefahr ist zwar immer noch «erheblich», jedoch ist seit anfangs Woche klar, dass Feuerwerke unter Einhaltung von Vorsichtsmassnahmen erlaubt sind.

Aufschnaufen können somit auch die Hersteller. Wäre es beim Verbot geblieben, wäre ihnen der Hauptgewinn des Jahres durch die Latten gegangen. Auch Philipp Locher der Drogerie Locher in Schlieren hat gestern fleissig seine bereits bestellten Paletten ausgepackt und die Waren zum Verkauf aufgestellt. Er bietet jedes Jahr Feuerwerk in seinem Geschäft an. Die ganze Bestellung stand bisher noch originalverpackt in der Abstellkammer. «Es wäre nicht richtig gewesen, das Feuerwerk zu verkaufen, obwohl es ein Verbot zum Abfeuern gegeben hat», sagt er. Als Verkäufer trage er ebenfalls eine Verantwortung. Hätte jemand sein Feuerwerk trotzdem gezündet, wäre er auch mitschuldig gewesen, wenn es zu einem Brand gekommen wäre.

Kurzfristige Käufer

Bisher sei der grosse Ansturm aber noch ausgeblieben, so Locher. Kaum jemand habe heute schon Feuerwerk gekauft. Der Leidtragende sei aber schlussendlich nicht er, wenn nicht alle Waren weggingen. Der Hersteller nehme alles, was nicht verkauft wurde, ohne Zusatzkosten wieder zurück, sagt er. Noch sei es aber schwierig abzuschätzen, ob der spätere Verkaufsbeginn Auswirkungen auf den Verkaufsumsatz haben wird. «Das meiste Feuerwerk verkaufe ich jedes Jahr in den beiden Tagen vor dem Nationalfeiertag», sagt Locher. Das rühre daher, dass die Leute die explosive Ware nicht gerne zu lange zuhause aufbewahren möchten. Und das sei ja schliesslich ein gutes Zeichen.

Detailhändler bieten Feuerwerk nun ebenfalls zum Verkauf an. Im Limmattal beispielsweise in beiden Aldi-Filialen und im Coop Silbern in Dietikon oder im Lidl in Schlieren. Die nächste Migros Filiale mit Feuerwerk befindet sich in Zürich. Im Shoppi Tivoli hat der Manor ein Zelt mit Feuerwerk aufgestellt.

Leute sind vorsichtiger

Die Suva warnt, beim Abfeuern von Feuerwerk vorsichtig zu sein. Zwischen 2009 und 2013 ereigneten sich rund 1300 Unfälle. Das heisst, beinahe 260 pro Jahr. Davon gab es fünf Unfälle mit schwerwiegenden Folgen und zwei, die sogar tödlich endeten.

Locher hat den Eindruck, die Leute schon viel vorsichtiger geworden im Umgang mit Feuerwerk. Raketen würden bei ihm nur noch selten gekauft. Beliebter seien Batterien, bei denen ganze Bouquets gezündet werden können. Das sei viel sicherer und es kämen erst noch keine gefährlichen Holzstängel wieder vom Himmel herab, so der Drogist.
Seit dem ersten Januar 2014 muss jeder, der ein Feuerwerk der Kategorie vier abfeuern will, eine entsprechende Berechtigung vorweisen. Batterien dieser Grösse sind nicht im Detailhandel erhältlich. Die Bewilligung für den Kauf erhält man durch das Absolvieren eines eintägigen Kurses, organisiert von der Interessensgemeinschaft Feuerwerk.

So feiern Sie den 1. August unfallfrei

Wer diese Tipps einhält, minimiert das Risiko eines Unfalls beim Abfeuern von Feuerwerk:

• Nur legales Feuerwerk abbrennen und keine Eigenkreationen basteln.
• Das Feuerwerk an einem sicheren Ort bereit legen.
• Die Gebrauchsanleitung vor dem Eindunkeln lesen und einhalten.
• Für Raketen die an Verkaufsstellen erhältlich sind, die entsprechenden Startvorrichtungen verwenden.
• Nie Feuerwerk in einer Menschenansammlung abbrennen.
• Einen Sicherheitsabstand von mindestens zehn Metern einhalten.
• Einem Blindgänger darf man sich frühestens nach 10 Minuten nähern und ihn nie zweimal anzünden.

Locher empfiehlt allen Unerfahrenen, einen Vulkan anzuzünden. Dieser sei der Kassenschlager Nummer eins bei ihm. Er sei beliebt, weil man besonders lange etwas davon habe und nur wenig Geld dafür in die Hand nehmen müsse. Zudem bestehe keine grosse Gefahr beim Anzünden.

Beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern und beim Feuern im Freien ist auch aufgrund der Trockenheit weiterhin Vorsicht geboten. Die Baudirektion Zürich ruft zum verantwortungsvollen Umgang beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf. Zu trockenen Wiesen und Getreidefeldern sollte ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Die einzelnen Gemeinden können auf ihrem Territorium «bei besonderer Gefahrenlage» ein Feuerverbot anordnen.