Dietikon
Der Gott, der mit Meteoriten kegelte und den Menschen erschuf

In «Homo Angelus», zu Deutsch Engelsmensch, traten die Jungschauspieler am Freitagabend in der Theateria in Dietikon auf. Kein Stuhl blieb für die gut einstündige Vorstellung frei.

Anina Gepp
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Im kleinen Raum, wo nur wenige Zuschauerreihen Platz finden, war jeder einzelne Stuhl besetzt. Freunde, Eltern, Grosseltern, Geschwister und Neugierige aus dem Quartier waren gekommen, um sich das Stück anzusehen. Chantal Gautschi, Anna Wettler, Daphne Müller und Silvan Fischbacher sind jung, musikalisch und motiviert, ein Theaterstück auf die Beine zu stellen.

Das Theater ist eine Eigenkreation von Regisseur Stefan Baier und den jugendlichen Schauspielern. Gemeinsam haben sie dafür «ganz gescheite Texte» gelesen, wie Baier sagte. Mit gescheiten Texten sprach er Klassiker wie Goethes «Faust», Dürrenmatts «Porträt eines Planeten» oder die «West Side Story» von Peter Höner an.

Drei Planeten für drei Engel

«Homo Angelus» ist die Geschichte dreier Engel, die nach ihrer Schulzeit von den Göttern jeweils einen Planeten zugesprochen bekommen. Während die ersten beiden enttäuscht über ihre unbekannten Planeten HD65 und Empresteta sind, darf der Schutzengel Raffaela die Erde unter ihre Fittiche nehmen. Doch ihre Freude über den wunderbarsten aller Planeten währt nicht lange.

Der erste der drei Götter spielte dummerweise Kegeln mit Meteoriten und löschte damit die Dinosaurier aus. Eine neue Idee muss her. Die Götter beschliessen widerwillig, die Menschen anzusiedeln. Mit Querflöten- und Klarinettenklängen untermalt, versucht der zweite Gott den Menschen zu erschaffen und pinselt die runden Formen einer Frau und den kräftigeren Körper des Mannes nebenan.

Lieber ein Mensch als ein Gott

Für Raffaela beginnt damit eine spannende Reise auf der Erde, wo sie sich erstaunlich gut mit den Menschen zurechtfindet. Zurück im Universum loben sie die Götter für ihre gelungene Aufgabe. Sie bieten ihr an, sie zum vierten Gott zu machen. Doch Raffaela hat nur einen Wunsch: Sie will Mensch werden.

Nach der gut einstündigen Vorstellung müssen sich die Besucher nicht alleine zum Apéro begeben. Die Schauspieler mischen sich sogleich unter sie und erzählen, was denn gerade alles schiefgelaufen sei. «Wir improvisieren viel. Keine Vorstellung ist wie die andere», sagt die 17-jährige Chantal Gautschi. Doch genau dieses Improvisationstalent machte die Vorstellung zu einer gelungenen. Das Publikum hatte nie das Gefühl, dass gerade einer der Jugendlichen den Text nicht richtig aufsagte. «Wir sind eben ein gutes Team», erklärte die Schauspielerin Anna Wettler.

Heute Sonntag findet um 17 Uhr die Derniere in der Theateria in Dietikon statt. Der Eintritt ist frei.

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