Gewerbeverein
Der Gewerbeverein von Aesch und Birmensdorf macht sich fit für die Zukunft

An der 38. Generalversammlung des Gewerbevereins Birmensdorf und Aesch haben Grundsatzfragen wie eine zeitliche Amtsbeschränkung oder der Vereinsname interessante Debatten ausgelöst.

Simone Siegenthaler
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Strahlende Vorstandsmitglieder: Esther Meister, Peter Rasi, Roger Schuler und Kari Besier (v. l.)

Strahlende Vorstandsmitglieder: Esther Meister, Peter Rasi, Roger Schuler und Kari Besier (v. l.)

Simone Siegenthaler

«Hier etwas zu sagen, ist jetzt wohl etwas gewagt. Man könnte ja dann glatt in den Vorstand gewählt werden», witzelte der Treuhänder Peter Hofstetter zu Beginn einer Wortmeldung – eine Aussage, die Gelächter im Raum auslöste, den Nagel auf den Kopf traf.

Zu Beginn der Generalversammlung im Restaurant Sonne in Birmensdorf liess der Vereinspräsident Peter Rasi Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren und es wurde eine Mitglieder-Bilanz gezogen: Neben drei Austritten ist Beat Künzli vom Birmensdorfer Bikeshop Bikeride Neumitglied. Somit zählt der Verein im Jahr 2013 100 Mitglieder. Danach wurden Kari Besier, Roger Schuler, Esther Meister und Peter Rasi in globo erneut in den Vorstand, Letzterer erneut zum Präsidenten gewählt.

Neuer Name

Anschliessend gab es jedoch diverse grundsätzliche Statuten-Aspekte, über die im Plenum diskutiert werden musste. So wurde einerseits darüber abgestimmt, dass der bisherige Vereinsname «Gewerbeverein Birmensdorf und Umgebung» auf «Birmensdorf und Aesch» angepasst werden müsse, da Ersterer lokal zu wenig eingeschränkt war und die im Verein doch stark etablierte Gemeinde Aesch vernachlässigt hatte.

Keine Amtszeitbeschränkung

Ferner wurde eine Begrenzung der Amtszeit im Vorstand auf 12 Jahre vorgeschlagen, was jedoch nach einer hitzigen Debatte abgelehnt wurde. Dass diese Grundsatzfrage der zeitlichen Amtsbeschränkung jedoch nicht unwichtig ist, verdeutlicht der 66-jährige Kari Besier. Denn dieser ist bereits seit der Gründung im Jahr 1975 im Vorstand und hätte seit geraumer Zeit gerne sein Amt niedergelegt, hätte er einen geeigneten Nachfolger finden können. «Wäre dieses Statut angenommen worden, hätte ich mein Amt schon dreimal ablegen müssen», so das Ehrenmitglied. «Wenn die Vorstandszeit kein natürliches Ende findet, scheint niemand von sich aus genügend motiviert zu sein, in den Vorstand zu kommen», erläutert Peter Rasi. Marco Rasi, der 29-jährige Platten- und Mosaikleger aus Aesch und einer der Jüngsten im Saal, sieht das zentrale Problem jedoch woanders: «Das Hauptproblem ist doch, dass wir keinen jüngeren Nachwuchs haben. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass man heute, beispielsweise als zweifacher Familienvater und Besitzer einer eigenen Firma, schlichtweg kaum mehr Zeit hat für zusätzliche Verantwortungen und ehrenamtliche Tätigkeiten.»

Offener Mitgliedschaftsbegriff

Zudem wurde darüber diskutiert, wie man künftig mit einem langjährigen Mitglied, das weder den Wohn- noch den Geschäftssitz in Birmensdorf hat, umgehen sollte. Gregor Biffiger, der Präsident des Gewerbeverbandes Limmattal, war nicht der Einzige, der eine Ausweitung des Mitgliederbegriffes vorschlug. So wurde darüber abgestimmt, dass der Mitgliedschaftsbegriff künftig offener formuliert wird, jedoch über jeden einzelnen Antrag in der Generalversammlung gemeinsam abgestimmt werden müsse. Zu guter Letzt bedankte sich Peter Biffiger beim Vorstand: «Menschen, die nicht nur konsumieren, sondern auch freiwillig Verantwortung übernehmen, sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich.»

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