Urdorf

Der Gestaltungsplan ist «eine grosse Chance für die Gemeinde»

Trostlos – die Neugestaltung des Platzes Zentrum Spitzacker soll Abhilfe schaffen.   fuo

Trostlos – die Neugestaltung des Platzes Zentrum Spitzacker soll Abhilfe schaffen. fuo

Gemeindeversammlung nimmt den Gestaltungsplan Spitzacker fast einstimmig an. Damit kann die Gemeinde der Migros-Pensionskasse (MPK) den bisher leeren Spitzackerplatz verkaufen.

Das Aufatmen bei den Urdorfer Gemeindebehörden und Politikern war nach der Gemeindeversammlung von Mittwochabend fast hör- und spürbar. Die 414 Stimmberechtigten sagten bei nur wenig Gegenstimmen und praktisch ohne Diskussion ja zum Gestaltungsplan Zentrum Spitzacker. Damit kann die Gemeinde der Migros-Pensionskasse (MPK) den bisher leeren Spitzackerplatz verkaufen. Urdorf Die MPK kann nun einen Eingangsbereich mit eventuell einem Café, einen überdeckten Platz, von dem aus alle Geschäfte erreichbar sind, im Erdgeschoss 1500 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche, was 50 Prozent mehr entspricht, sowie 35 zusätzliche Wohnungen sowie Büros und Praxen realisieren.

«Nicht mehr attraktiv»

Urdorfs Bauvorstand Christian Brandenberger erklärte in seinem Referat ferner, die MPK sei in Kontakt mit einer Apotheke, die in Urdorf dringend gebraucht wird, einem Kiosk-Betreiber und einem

weiteren Grossverteiler. «Der Gestaltungsplan ist eine grosse Chance für die Gemeinde», folgerte Brandenberger daraus. Die Attraktivität als Wohnstandort werde verbessert und zusätzliche Wohnungen gebaut. Und: «Das Zentrum wird gestalterisch aufgewertet.»

Dass dringender Handlungsbedarf vorhanden ist, ist augenfällig. «Das Zentrum wurde vor 20 Jahren gebaut. Es ist nicht mehr attraktiv im Vergleich zu den Nachbargemeinden. Betriebsaufgaben sind die Folge. Die MPK hat sich deswegen zur Vorwärtsstrategie entschieden.» Das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs erfordere einen Gestaltungsplan, weil es sich nicht im Rahmen der geltenden Zonenvorschriften realisieren lasse.

Brandenberger schlug auch ein heikles Thema an: die Chilbi. Diese wurde bis anhin teilweise auf dem Zentrumsplatz durchgeführt. Man habe jedoch mit der Chilbikommission und dem Kartell der Ortsvereine (Kovu) eine Lösung gefunden.

Erstaunlicherweise kam es bei diesem für Urdorf doch so wichtigen Geschäft zu keiner Diskussion. Einzig Jürg Berri, Präsident des Kovu, ergriff das Wort und lobte das Projekt. Die Lösung, welche man mit der Gemeinde und den Bauern für die Chilbi gefunden habe, sei sehr positiv. Das neue Zentrum stelle gar für die Vereine einen Vorteil dar, weil im gedeckten Bereich Vereinsleben möglich sei.

«Uitikonerweg 13» angenommen

Auch der zweite vom Gemeinderat vorgelegte Gestaltungsplan, Uitikonerweg 13, wurde deutlich angenommen, nämlich mit 297 zu 45 Stimmen. Laut Bauvorstand Brandenberger sollen im Zentrum von Urdorf 16 moderne Eigentumswohnungen entstehen, wobei zwei alte Häuser erhalten werden sollen. Ein Stimmbürger bekämpfte die Vorlage, weil mit dem dritten Gebäude, das neu erstellt werden soll, das Gesamtbild des Ortes zerstört und wiederum Land überbaut werde. Die Versammlung folgte diesem Einwand indes nicht.

Die Stimmberechtigten nahmen die Revision der Polizeiverordnung der Politischen Gemeinde bei lediglich zwei Gegenstimmen an. Sicherheitsvorstand Andreas Herren erinnerte daran, dass die bisherige Verordnung 21 Jahre alt sei. Man habe sie zusammen mit Schlieren und Dietikon vollständig revidiert, wobei lokale Eigenheiten wie Fasnacht oder Hochzeitschiessen drin Platz gefunden hätten.

Nicht ins Handwerk pfuschen

Ein Votant fragte maliziös, wer den die Verordnung umsetze, wenn beispielsweise der Bauer Gülle ausbringe oder jemand auf den Boden spucke. Herren verwies auf den gesunden Menschenverstand, ohne eine solche Ordnung nicht anwendbar sei. «Wir werden sicher nicht den Bauern ins Handwerk pfuschen.»

Budgets 2012 angenommen

Die Voranschläge von Schule und Politischer Gemeinde passierten praktisch einstimmig. Die Schule verzeichnet einen Aufwand von 19,5 Millionen Franken bei einem Aufwandüberschuss von 477000 Franken. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 59 Prozent.

Ebenfalls bei unveränderten 59 Prozent verbleibt der Steuerfuss der Politischen Gemeinde, womit der Gesamtsteuerfuss bei 118 Prozent verharrt.

Das Politische Gut zeigt für 2012 einen Aufwand von 48,5 Millionen Franken und einen Aufwandüberschuss von 1,347 Millionen. Dieser wird durch den Buchgewinn aus dem Verkauf des Spitzackerplatzes um 688000 auf 658800 Franken vermindert.

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