Der Unterengstringer Gemeinderat lässt keinen Zweifel daran, dass er verärgert ist. In einem Ende März verschickten Brief an die kantonale Baudirektion beklagt er sich darüber, dass ein bereits beschlossenes Parkplatzprojekt seit Jahren verzögert werde. «Das ist unfair und inakzeptabel», schreibt der Gemeinderat.

Im Kantonsrat doppelte Willy Haderer gestern nach. In einer persönlichen Erklärung bat der Unterengstringer SVP-Kantonsrat die verantwortlichen Regierungsräte Markus Kägi und Ernst Stocker, «in dieser Sache Ordnung in ihren Ämtern zu schaffen»: Es dürfe nicht sein, dass sich einzelne Beamte ohne Wissen ihrer Regierungsräte «solch absurde Kompetenzenüberschreitungen» leisten dürften. Das Limmattal müsse «unfähiges Nichteinhalten von Absprachen zur Realisierung eines regionalen Richtplaneintrages erleben».

Geplant auf Herbst 2011

Konkret geht es um den bestehenden regionalen Parkplatz Langwiesen beim Brückenkopf zwischen Schlieren und Unterengstringen, der im regionalen Richtplan zum Ausbau eingetragen ist. Laut Haderer hätten schon vor über drei Jahren einzelne Ämter der Baudirektion versucht, diesen Ausbau zu verhindern. Schliesslich hätten Vertreter von Kanton, Schlieren und Unterengstringen jedoch «einvernehmlich beschlossen, dass hier 40 Parkplätze vom Kanton zu erstellen seien», so Haderer.

Das Projekt mit einer Realisierung im Herbst 2011 sei auch gegenüber der Bevölkerung bestätigt worden.

Dass dies immer noch nicht geschehen ist, irritiert Haderer: «Es ist eine Ungeheuerlichkeit, wenn sich einzelne Beamte oder Ämter solch klaren gesetzlichen und durch Behördenbeschlüsse legitimierten Bauausführungen widersetzen können.» Zudem ärgert sich Haderer, dass verpasst wurde, das Projekt gleichzeitig mit der Sanierung der Engstringer-/ Weiningerstrasse oder dem Ausbau der Bushaltestelle Langwiesen kostengünstiger zu realisieren.

Doch offensichtlich hat die Baudirektion nun neue Pläne für den Parkplatz. Wie einem Schreiben vom 13. März an den Unterengstringer Gemeinderat zu entnehmen ist, wird das Projekt aufgrund einiger Änderungen erneut aufgelegt. Neu beinhaltet es jedoch bloss noch 30 Parkplätze.

Projekt «mit Herzblut erarbeitet»

Dies will der Gemeinderat nicht hinnehmen, wie er in seinem Brief schreibt: Er verlangt «die sofortige Realisierung» des Parkplatzes in der bewilligten Form mit 40 Parkplätzen bis spätestens Herbst 2012. Man sei nicht bereit, ein «mit viel politischem Herzblut und Kompromissen erarbeitetes Projekt» fallen zu lassen.