Birmensdorf
Der Gemeindepräsident zeigt seine musikalische Seite

Am Neujahrsapéro spielte das virtuose Trio Artemis – und erhielt überraschende Unterstützung.

Christian Murer
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Grossandrang am Neujahrsapéro in Birmensdorf
8 Bilder
Grosszügiger Neujahrsapéro im Foyer des Gemeindezentrums Brüelmatt
Pianistin Myriam Ruesch vom Trio Artemis
Neujahrsgesteck mit lila Gerbera und Rosen
Geigerin Katja Hess mit Birmensdorfs Gemeindepräsident Werner Steiner am Triangel
Anstossen aufs taufrische Jahr 2015 im Gemeindezentrum Brüelmatt in Birmensdorf
Neujahrsapéro Birmensdorf
Cellistin Bettina Macher vom Trio Artemis

Grossandrang am Neujahrsapéro in Birmensdorf

Christian Murer

«Glück, Freude, Erfolg, Gesundheit, Fröhlichkeit und viel Schönes»: Das wünschte Heidi Thüring, Vizepräsidentin des Birmensdorfer Kulturkreises, den rund 300 Gästen am Neujahrsapéro – sowie auch «Geduld, Güte und Herzenswärme». Dann aber gehörte die Bühne den drei ganz in schwarz gekleidete Musikerinnen vom Trio Artemis: Katja Hess an der Violine, Bettina Macher am Violoncello und Myriam Ruesch am Klavier.

Feinste Töne herausgekitzelt

Was die drei grazilen Frauen in dieser Feierstunde boten, war herausragend. Von der ersten Sekunde an markierten die Musikerinnen Präsenz: Sie spielten temperamentvoll und mit einer offensichtlichen Freude am Spiel. Was folgte, war eine kunterbunte und höchst abwechslungsreiche Mischung von Stücken – angefangen beim Ungarischen Tanz von Brahms bis zu Sorbas letztem Tanz. Kitzelten sie in einem Moment feinste Töne aus Geige und Cello, so rockten sie schon im nächsten wild ab. Am Schluss mutierte das Trio zum Quartett, indem Gemeindepräsident Werner Steiner dazu kam und gekonnt mit dem Triangel aufspielte.

Doch Steiner (SVP) war nicht nur für musikalische Unterstützung zuständig, sondern regte die Gäste mit seiner kurzen Neujahrsansprache auch zum Nachdenken an: «Früher sagte man, ein Dorf braucht eine Kirche, einen Metzger, eine Bäckerei, einen Laden und eine Beiz», sagte er. Doch die Welt habe sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Internet und Soziale Medien, welche den Menschen rund um die Uhr zur Verfügung stünden, hätten die Kommunikation verschlechtert, so Steiner. «Jeder schaut auf sein Handy, sieht aber nicht mehr die Sorgen und Nöte des Nächsten.» Dies sei eine Entwicklung, die nicht mehr aufzuhalten sei und die Zunahme der Anonymität in der Gesellschaft sei für ihn manchmal beängstigend. Dennoch: «Was es aber sicher braucht, ist ein gewisser Spirit für das Dorfleben», sagte der Gemeindepräsident. «Freundschaften, Nachbarschaften, Bekanntschaften, die gelebt werden, Hilfe und Unterstützung bei ganz kleinen Dingen im Alltag.» Und so wünschte sich Steiner, dass das Birmensdorfer Dorfleben auf unkomplizierte Art und Weise funktioniere, getragen von Respekt, Rücksichtnahme und Anstand.