Bezirksgericht Dietikon
Der Gefängnisausbruch könnte für Hassan K. ohne Folgen bleiben

Der Ausbruch aus dem Gefängnis Limmattal könnte für Hassan K. keine Konsequenzen haben. Das Bundesgericht hat in einem früheren Fall entschieden, dass auch die Anstiftung zur Flucht ohne Strafe bleibt.

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Der verurteilte Sexualstraftäter hat die Gefängnisaufseherin Angela M. gebeten, ihn freizulassen - mit Erfolg.

Der verurteilte Sexualstraftäter hat die Gefängnisaufseherin Angela M. gebeten, ihn freizulassen - mit Erfolg.

Für sieben Jahre könnte Hassan K. hinter Gitter kommen, sollten sich die beiden Urteile gegen ihn bestätigen. Darin ist auch die von der Staatsanwaltschaft beantragte Freiheitsstrafe von sechs Monaten enthalten, weil er die Gefängnisaufseherin Angela M. gebeten hat, ihn freizulassen.

Anwalt Valentin Landmann ist überzeugt, dass sein Mandant sich mit dem Ausbruch nicht strafbar gemacht hat. Tatsächlich könnte der 27-Jährige ohne Verurteilung davonkommen. Wie der "Blick" schreibt, hat das Bundesgericht 1989 in einem Thurgauer Fall entschieden, dass nicht nur Flucht, sondern auch die Anstiftung dazu straflos bleibt.

«Im Lichte dieser klaren und mittlerweile langjährigen bundesgerichtlichen Praxis (...) scheint das in der Anklage umschriebene Verhalten keinen Straftatbestand zu erfüllen», schreibt der Einzelrichter des Bezirksgerichts Dietikon gemäss "Blick", der sich nun auf den bundesgerichtlichen Entscheid stützt.

Die leitende Staatsanwältin Claudia Wiederkehr hält jedoch an ihrer Anklage fest. Eine Anstiftung zu diesem Delikt sei aus der Sicht der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis sehr wohl möglich. Es handle sich um eine Rechtsfrage, welche die Gerichte entscheiden müssen und nicht die Anklagebehöre.

Angela M. und Hassan K. - was bisher passierte In der Nacht auf Dienstag, 9. Februar, verhalf die Gefängniswärterin Angela M. (32) dem Häftling Hassan K. (27) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon.
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Sie schloss die Türen auf, während ihr Kollege auf Nachtschicht schlief. Und: Bald ist klar, dass Angela M. und Hassan K. ein Liebespaar sind.
Hassan K. kam 2010 in die Schweiz. Er wurde vom Bezirksgericht Dietikon wegen Vergewaltigung einer knapp 16-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil er es an das Zürcher Obergericht weiterzieht.
Angela M. ist in Wohlen AG aufgewachsen, trainierte dort Kickboxen. Vor der Flucht lebte sie seit drei Monaten von ihrem Mann getrennt, den sie 2014 geheiratet hatte.
Nach ihrer Flucht wurde bekannt, dass sie mit einem Auto über die Grenze zu Italien geflüchtet waren. Es handelte sich um einen schwarzen BMW X1 mit dem Kennzeichen ZH 528 411.
Am 21. März tauchte eine Video-Botschaft vom M. und K. auf: Die ehemalige Gefängniswärterin entschuldigte sich darin bei ihrer Familie und beteuerte, Kiko sei «der Mann ihres Lebens».
Gott habe sie für seine Flucht gesandt: So äusserte sich Hassan K. im Video über Angela M. Er beteuerte, er sei zu unrecht verurteilt worden und beklagte sich über die Haftumstände.
«Das war nicht so gescheit»: Das sagte der IT-Experte Lionel Bloch über die Veröffentlichung des Videos. Tatsächlich fand die Polizei - nicht nur dank des Videos allerdings - heraus, wo sich das Pärchen versteckte.
In der Nacht auf Karfreitag, 25. März, klickten die Handschellen: Sie und er waren im Bett, als nachts um 3 Uhr Polizisten die Wohnung stürmten. Die Wohnung befand sich in einem Hochhaus in Romano di Lombardia (I), rund 100 Kilometer von der Schweizer Grenze und 60 Kilometer östlich von Mailand entfernt. Angela M. wehrte sich so sehr, dass vier Beamte nötig waren, um sie zu überwältigen.
Danach sitzen sie in einem italienischen Gefängnis. Gemäss ihres Anwalts haben sie ihrer Auslieferung in die Schweiz zugestimmt.
Nach 66 Tagen war Angela M. am Donnerstag, 14. April 2016, zurück in der Schweiz. Bis zur Urteilsverkündung sass sie in Untersuchungshaft. In Chiasso übernahmen Schweizer Polizisten Angela M.
Talk Täglich, 23. Mai 2016: Angela M. mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.

Angela M. und Hassan K. - was bisher passierte In der Nacht auf Dienstag, 9. Februar, verhalf die Gefängniswärterin Angela M. (32) dem Häftling Hassan K. (27) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon.

Kapo ZH