Der Promotion-League-Club YF Juventus hat 2015 und 2016 Trainings falsch abgerechnet, um Fördergelder zu kassieren. Das geht aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervor, über welches die «SonntagsZeitung» am Wochenende berichtete. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Richter in St.  Gallen geben dem Bundesamt für Sport (Baspo) recht, das die Fördergelder verteilt. Das Baspo fordert von YF Juventus 58'000 Franken zurück. Zudem wird es beantragte Fördergelder von knapp 134'000 Franken nicht auszahlen. Insgesamt beläuft sich der Schadensbetrag auf knapp 192'000 Franken.

2408 Trainings doppelt verbucht

Die Baspo-Untersuchung ergab, dass Junioren und Trainer gemäss Clubangaben gleichzeitig an mehreren Trainings teilgenommen haben. Das Baspo hat insgesamt 5408 Verstösse festgestellt. 3100 dieser Verstösse betreffen Trainings von YF Juventus. In 2408 Fällen hat der Club Trainings, die vom Grasshopper-Club Zürich (GC) durchgeführt wurden, nochmals abgerechnet. Dies, obwohl die beiden Clubs schriftlich vereinbart hatten, dass GC die J+S-Gelder abrechnen würde.

«Nach Gutdünken» Listen erstellt

Es war meistens der damalige Präsident des YF Juventus selbst, der Trainings der Mannschaften doppelt abrechnete. Heute ist er Ehrenpräsident des Vereins. Weiter habe auch das Sekretariat die Listen gemäss Bundesverwaltungsgericht öfter mal «nach Gutdünken» erstellt, wie es im Urteil heisst. Der Ehrenpräsident war diese Woche im Ausland und beantwortete eine Anfrage dieser Zeitung nicht. Der damals bei YF Juventus für das J+S-Programm zuständige Coach, der die Listen hätte erstellen müssen, blieb derweil untätig. Er ist heute Vereinspräsident. Das Baspo hat ihm die Anerkennung als J+S-Coach für zwei Jahre entzogen. Diese Massnahme gilt noch bis Ende Oktober 2019.