Persönlich

Der frühe Vogel fängt gleich eine!

Das morgendliche "Kikeriki" des Hahns gefällt nicht jedem. (Symbolbild)

Das morgendliche "Kikeriki" des Hahns gefällt nicht jedem. (Symbolbild)

Meiner Tierliebe werden derzeit ihre Grenzen aufgezeigt. Schuld ist ein ganz bestimmtes Federvieh.

Ich liebe Tiere. Allem, was kreucht und fleucht, begegne ich mit freundlichem Interesse, egal ob es Hausspinnen in meinem Schlafzimmer, Ringelnattern auf dem Wanderweg oder Bienen im Badesee sind. Die Achtbeiner werden mit weichem Tuch in die Freiheit befördert, die Schlangen beim Bestaunen leider viel zu schnell zum Rückzug bewogen und die Honigsammlerinnen auf meiner Hand trocken ans nächste Ufer geleitet – sei es auch noch so weit entfernt.

Ein Tier gibt es allerdings in meiner Nachbarschaft, das besser nicht meine Wege kreuzen sollte. Wer weiss, was ich dann mit seinem dürren Kragen täte? Jeden Morgen quält es diesem Kragen um fünf Uhr herum ein heiseres, durchdringendes «Kikeriki» ab. Nach 20 Sekunden folgt ein weiteres und noch eines, vielleicht auch erst nach 25 oder schon nach 15 Sekunden. Man weiss nie, wann die nächste Attacke auf die Gehörgänge kommt – das ist Teil des Problems. Denn ist man erst mal Morpheus’ Armen entrissen, wartet man mit wachsender Mordlust darauf. Und unter zwanzig Minuten macht es dieser Hahn nicht mit seinem Gekrähe.

Leider gibt es nichts an mir, das Frühaufsteher-Qualitäten hätte. Mit dem frühen Vogel, der den Wurm fängt, kann man mich jagen. Soll der Gockel ihn doch verspeisen, dann würde er wenigstens den Schnabel halten. Beim Warten auf das nächste Krakeelen kann man entfernt das leise, murmelnde Gegacker seiner Damen erahnen, die dezent und zufrieden ihrem Tagwerk nachgehen.

Mädels, erdrückt ihn doch mit eurer Liebe – tut es für mich!

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