Dietikon

Der FC Dietikon und die drei Fragezeichen

Einer der sieben neuen Spieler im Team des FC Dietikon: Innenverteidiger Anis Ramcilovic im roten Trikot.

Einer der sieben neuen Spieler im Team des FC Dietikon: Innenverteidiger Anis Ramcilovic im roten Trikot.

Ob das heutige Heimspiel zum 1.-Liga-Rückrundenstart auf dem tiefen Terrain der Dornau stattfinden kann, war am Freitag noch unsicher.

Christian Müller hatte in den vergangenen Tagen mit wenigen Unterbrüchen ständig das Handy am Ohr. Verhandlungen mit potenziellen neuen Akteuren, Anfragen von interessierten Sponsoren, Telefonate wegen einer möglichen Verschiebung des heutigen Spiels auf der Dornau – die Tage des umtriebigen FCD-Sportchefs hatten immer zu wenig Stunden.

«Es sind abwechslungsreiche Zeiten», meint der ehemalige Torhüter schmunzelnd. Abwechslungsreich und auch unsicher. Denn ob heute Nachmittag auf dem tiefen Terrain der Dornau das auf 16 Uhr angesetzte erste Spiel des Fussballjahrs 2020 gegen Balzers tatsächlich angepfiffen wird, war am Freitag bei Redaktionsschluss dieser Zeitung noch nicht klar. «Das nasskalte Wetter der vergangenen Tage hat dem Rasen arg zugesetzt», sagt Müller, «ich bin aber zuversichtlich, dass wir spielen können.»

Es gibt indes auch noch andere offene Fragen beim FC Dietikon. Zum Beispiel, ob der in der Winterpause als offensive Allzweckwaffe ins Limmattal geholte 25-jährige Vollblutstürmer Altin Gashi überhaupt das FCD-Trikot tragen darf. Grund: Gashi spielte in der laufenden Saison bereits für zwei Vereine (Baden und Eagles Aarau), bei einem dritten Klub darf er zwar unterschreiben, aber in der laufenden Meisterschaft nicht spielen. Müller räumt freimütig ein, dies beim Transfer nicht in Betracht gezogen zu haben: «Ja, da waren wir vielleicht ein bisschen naiv gewesen.» Nach den neusten Nachrichten aus dem Aargau scheint ein Einsatz von Gashi doch noch möglich zu sein, denn laut Müller sind die Eagles Aarau im Begriff, ihr Fanionteam noch vor dem Rückrundenstart aus der 2. Liga inter zurückzuziehen.

Und dann gäbe es allenfalls doch eine Möglichkeit, Gashi spielen zu lassen. Auf eine konkrete Anfrage beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) in Bern erhielt Müller am späten Donnerstagabend die Antwort, dass «Gashi zu 99,9 Prozent sicher nicht spielen darf.»

Das dritte Fragezeichen vor dem Start in die Rückrunde: Schaffen es die Limmattaler aus dem Keller der Tabelle? «Davon bin ich überzeugt», lässt sich Vereinspräsident Renato Casanova zitieren. Sportchef Müller doppelt nach: «Wir haben ein hervorragendes Trainingslager hinter uns. Zudem konnten wir uns im Winter verstärken.» Kurz vor Transferschluss kam mit dem 27-jährigen Brasilianer Victor Pelae ein weiterer Offensivmann bis Ende Saison hinzu. Pelae kommt von 1.-Ligist Wohlen und soll, so schreibt der «Wohler Anzeiger», im Sommer aus familiären Gründen in seine Heimat zurückkehren. Und gestern vermeldete Müller erneuten Vollzug: Der 24-jährige Franzose Bradley Bavueza kommt ebenfalls auf die Dornau. Der Mittelfeldspieler hat eine Vergangenheit im Nachwuchs von Servette, spielte bis letzten Sommer bei Stade Lausanne und war seither vertragslos.

Die Transferbilanz des FC Dietikon: Zehn Akteure verliessen in der Winterpause die Mannschaft, sieben neue kamen hinzu. Es war also einmal mehr ein Kommen und Gehen auf der Dornau. Für FCD-Trainer Joao Paiva kein Problem. So laufe das eben im Fussball, meinte er bereits nach dem ersten Vorbereitungsspiel des Winters.

Drei Kracher stehen auf dem Programm

Allen Unsicherheiten zum Trotz gibt es auch noch gesicherte Informationen aus dem Dietiker Umfeld. So ist klar, dass das Team von Trainer Joao Paiva gleich zu Beginn liefern muss. In den ersten fünf Runden stehen im Kampf gegen den Abstieg gleich drei Kracher auf dem Programm (siehe Ausgangslage). Dem heutigen Spiel gegen Tabellennachbar Balzers – notabene ein Duell zweier Liganeulinge – kommt bereits so etwas wie Symbolcharakter zu. Die Liechtensteiner haben im Hinblick auf den Kampf am Strich die beiden U21-Nationalspieler Manuel Mikus (Vaduz) und Roman Spirig (Eschen/Mauren) unter Vertrag genommen. «Ein guter Start ist eminent wichtig», hebt Präsident Casanova den Zeigefinger. Da hat er durchaus recht.

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