Dietikon

Der FC Dietikon geht verstärkt in die heikle Mission Ligaerhalt

Altin Gashi hinten Di Gregorio cut. Bild Ruedi Burkart

Altin Gashi hinten Di Gregorio cut. Bild Ruedi Burkart

Der 1.-Ligist startet in einem Monat in die Rückrunde – die Stimmung beim Aufsteiger ist besser als auch schon.

Ob das ein Zeichen von oben war? Als sich die Dietiker am vergangenen Samstag auf dem heimischen Kunstrasen nach dem 2:1-Erfolg im Testspiel gegen Buochs kurz abklatschten, lugte die wärmende Wintersonne durch den Nebel. Und als sich FCD-Coach João Paiva zu seinen Gedanken über die bevorstehende zweite Meisterschaftsphase äusserte, stiegen die Temperaturen kurzzeitig auf durchaus angenehme Werte – nicht nur im übertragenen Sinn. «Das war ein gutes Spiel», sagt der 36-jährige Portugiese, nachdem er sich der Wollmütze entledigt hatte. Paiva trainiert Dietikons Fanionteam seit 2018 und orchestrierte letzten Sommer den Aufstieg in die 1. Liga. Resultate in Vorbereitungspartien seien zwar in erster Linie sekundär, so der Übungsleiter, «doch mein Team hat gezeigt, dass die Richtung stimmt».

Die Chaos-Tage des vergangenen Herbsts scheinen weit weg. Wer erinnert sich nicht an die klaren Worte nach der 0:5-Klatsche Anfang November gegen Wettswil-Bonstetten. «Was meine Mannschaft heute in den ersten 45 Minuten gezeigt hat, war ganz einfach charakterlos», echauffierte sich Paiva. Alle Gegentore kassierten die Limmattaler damals innert 31 Minuten. Überhaupt war die Schlussphase der 1.-Liga-Vorrunde 2019/20 zum Vergessen. Die miserable Bilanz der drei Partien vor der Winterpause lautete 3:13 Tore, null Punkte und viel Frust. In der Tabelle fielen die Dietiker auf den elften Rang zurück, der Strich ist nur noch zwei Zähler entfernt.

Die Zuversicht des Präsidenten

Tempi passati. Jetzt, ein Monat vor dem Start in die Rückrunde, herrscht Aufbruchstimmung auf der Dornau. So sagt Renato Casanova, seit 2018 Präsident des FC Dietikon, mit Blick auf die Herkulesaufgabe Ligaerhalt: «Ich sehe die ganze Sache positiv. Team und Staff sind bereit für die Herausforderung. Es geht einfach darum, in den ersten Partien der Rückrunde möglichst rasch Punkte zu holen.» Dann komme auch keine unnötige Hektik im Team und im Umfeld auf. So einfach ist das.

Altin Gashi hinten Di Gregorio cut.

Altin Gashi hinten Di Gregorio cut.

Apropos Team. Die Mannschaft hat einige Veränderungen erfahren. Neun Spieler sind in den letzten Wochen gegangen, drei neue gekommen. «Wir haben uns gezielt verstärken können», freut sich Sportchef Christian Müller. Und das sind die neuen Akteure des FC Dietikon:

Altin Gashi: Der 25-jährige Kosovare ist ein Vollblutstürmer und erzielte in der vergangenen Saison 25 Tore für seinen damaligen Verein Eagles Aarau in der 2. Liga inter. Bemerkenswert: Die laufende Saison begann Gashi in Baden (1. Liga), wechselte Ende August 2019 zurück zu den Eagles und heuerte nun in Dietikon an. Für Gashi ist es eine Rückkehr, er spielte bereits vor sieben Jahren für den FCD.

Sasho Gichev: Der 21-jährige Nordmazedonier soll aus dem Mittelfeld heraus für die entscheidenden Impulse sorgen. Zuletzt spielte Gichev für den FC Mönchaltorf (3. Liga), vorher war er unter anderem auch beim Stadtzürcher FC Srbjia (2. Liga) und in Fehraltorf (3. Liga) engagiert.

Anis Ramcilovic: Der 23-jährige Schweiz-Montenegriner ist eine interessante Personalie. Zum einen, weil der 1,90 Meter grosse Hüne in der Innenverteidigung alles abräumt, was es abzuräumen gibt. Zum anderen, weil er in seiner Karriere bislang für nicht weniger als zehn Vereine spielte. Beim FC Suhr begann er mit Fussball, für Le Mont und Chiasso spielte er ein paar Mal in der Challenge League, und vor dem Wechsel nach Dietikon stand er in Serbien bei Velez Mostar und Tuzla unter Vertrag.

Alles paletti also? Nicht ganz, die Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Nach dem Abgang von Torhüter Yassin Smach (Sportchef Müller: «Er will Profi werden») ist man noch auf der Suche nach einem Backup für Goalie Alpay Inaner. Und eventuell unterschreibt ja noch jene «Bombe», von der in Dietikon in diesen Tagen gemunkelt wird.

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