Aus sportlicher Sicht haben die Birmensdorfer in ihrem Jubiläumsjahr allerdings wenig zu feiern. Im Frühling sind sie nach einer Saison ohne einen einzigen Sieg in die 4. Liga abgestiegen. Eine Leidensgeschichte für die Fans, darunter Dieter Müller, der von 2001 bis 2013 Präsident des Vereins war. «Man hätte nach der Vorrunde in der letzten Saison drei, vier neue Spieler holen sollen», sagt er. «So hätte man den Abstieg allenfalls verhindern können.»

Sportliche Rückschläge gab es für die Limmattaler immer wieder in ihrer Geschichte, die mit der Gründung des Vereins am 5. Juni 1948 begann. Nachdem die Birmensdorfer 1969 den ersten Aufstieg in die 3. Liga feiern konnte, schafften sie 1981 per Losentscheid gar den Sprung in die 2. Liga. Ein Jahr danach stiegen sie jedoch bereits wieder ab. Dasselbe Spiel 1997: Erst schafften die Limmattaler den Aufstieg in die 3. Liga, ein Jahr später folgte der Gang in die 4. Liga.

Tiefpunkt war das Jahr 2000, als die Birmensdorfer trotz Trainerwechsel in der Winterpause in der 4. Liga lediglich den sechsten Schlussrang belegten. 2003 – unter Müllers Ägide – schaffte man dann wieder den Aufstieg in die 3. Liga.

Doch bald darauf folgte der erneute Abstieg. Die sportliche Achterbahnfahrt hatte auch Konsequenzen auf der Trainerbank. Von José Mingote über George Schacher zu Laurent Fessel – in Birmensdorf wurden die Coaches zwischen 2003 und 2004 munter ausgetauscht.

Steil bergauf ging es erst wieder im Jahr 2015, als die Birmensdorfer sich einen Platz in der 2. Liga sicherten - zum ersten Mal seit 34 Jahren. Doch wiederum ein Jahr später mussten sie den Abstieg hinnehmen.

Warum konnten sich die Birmensdorfer nie in der 2. Liga halten? «Man darf nicht vergessen: Der FC Birmensdorf ist ein Dorfverein», sagt Müller. «Es ist ohnehin besser, wenn man eine gute 3. Liga-Mannschaft hat, als wenn man in der 2. Liga immer kämpfen muss.»

Internetadresse des FC Basel

Abseits des Spielfeldes konnten die Limmattaler in den vergangenen 20 Jahren jedoch Erfolge verbuchen. Ein Coup gelang ihnen 1999, als man sich die Internetadresse www.fcb.ch schnappte, die heute dem FC Basel gehört. Die Basler mussten den Birmensdorfern für die Adresse jedoch 25 000 Franken zahlen.

Auch mit dem Ausbau der Infrastruktur auf den Birmensdorfer Fussballplätzen ging es voran. So wurde 2002 ein neues Klubhaus gebaut. Davon konnten die Gründer nur träumen: Sie mussten bis 1953 ihre Heimspiele alle auswärts austragen, da sie kein Spielfeld hatten.

Vor drei Jahren kam auf dem Fussballplatz Breite Licht dazu. «Wir konnten abends auf der Breite wegen der Dunkelheit nie spielen», sagt Müller. Die Lichtmasten wurden zu jener Zeit installiert, als Müller schon nicht mehr Präsident war. Allerdings ist er dem FC Birmensdorf verbunden geblieben – erst als Fussballer bei den Veteranen und jetzt als Supporter.

Müller hofft auf Aufstieg

Als solcher ist er mit dem bisherigen Verlauf der Saison zufrieden, denn die erste Mannschaft hat von neun Spielen immerhin sechs gewonnen und belegt in der Tabelle den dritten Platz. Am liebsten wäre Müller, wenn die Birmensdorfer den Aufstieg schaffen würden. «Das wäre natürlich schön», sagt er.

So recht daran glauben mag er allerdings nicht, da Leader Wipkingen schon sechs Punkte Vorsprung hat. «Wipkingen wird das Rennen wohl machen», sagt er. «Aber wichtig ist, dass wieder viele Spieler aus Birmensdorf in der Mannschaft sind. Sie identifizieren sich mit dem Ort.»