Weiningen

Der Faktor Zeit spielt eine wichtige Rolle für den Ausbau des Gubrist-Tunnels

Täglicher Stau beim Gubrist. az

Täglicher Stau beim Gubrist. az

Die ausserordentliche Gemeindeversammlung in Weiningen vom 8. Mai zur Gubrist-Beschwerde ist bedeutend für den Ausbaustart. Denn dort können die Stimmbürger den Baustart mit ihrem Votum beeinflussen.

Es sind Zahlen, die einen schwindlig werden lassen. Bis zu 130 000 Fahrzeuge werden dereinst pro Tag auf der A1 durchs Limmattal fahren, wenn diese ausgebaut und die dritte Gubriströhre fertig ist. Im Jahr macht das gegen 50 Millionen Autos. Über eine Milliarde Franken wird der Ausbau der Zürcher Nordumfahrung kosten. Bei so vielen Nullen vor dem Komma nimmt sich eine vierstellige Zahl bescheiden aus. Indes, es ist die entscheidende. Denn wann der Ausbau der A1 auf sechs Spuren fertig und die dritte Gubriströhre erstellt ist, kann niemand genau sagen. Klar ist: Die Bauzeit beträgt neun Jahre. Wann es losgeht, ist offen.

Auch an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 8. Mai in Weiningen wird diese Frage nicht beantwortet. Die Stimmbürger können den Baustart mit ihrem Votum jedoch beeinflussen. Die Gemeindeversammlung wird über die beim Bundesgericht hängige Beschwerde bezüglich des Plangenehmigungsverfahrens zum Ausbau der Nordumfahrung bestimmen.

Die Gemeinde hat das im Januar veröffentlichte Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes weitergezogen, weil es zwei wesentlichen Forderungen zum Ausbauprojekt nicht nachgekommen ist. Das Begehren, die Autobahn vor dem Tunnelportal im Sinne einer Landschaftsreparatur auf einer Länge von 270 Metern zu überdecken, wurde abgelehnt. Auch die Forderung, den Halbanschluss Weiningen in Richtung Limmattaler Kreuz zu verschieben, wurde verworfen. Immerhin wurde das Bundesamt für Strassen (Astra) dazu verpflichtet, aus Gründen der Siedlungsreparatur eine 100 Meter lange Überdeckung zu projektieren. In vielen anderen beanstandeten Punkten ist das Bundesverwaltungsgericht der Gemeinde gefolgt.

Länge des Dachs steht zur Debatte

In der Beschwerde beim Bundesgericht fordert die Gemeinde weiterhin einen 270-Meter-Deckel. Auch an der Verschiebung des Halbanschlusses hält sie fest. Ob das so bleiben wird, entscheidet die Gemeindeversammlung. Gerade bei der Frage, ob an den 270 Metern festgehalten werden soll, spielt auch der Faktor Zeit eine wichtige Rolle.

Weil sich das Astra, die Gemeinde und der Kanton Zürich unabhängig vom Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Mitte Dezember 2012 in einer Absichtserklärung ohnehin schon auf eine 100 Meter lange Überdeckung geeinigt haben, stehen die Chancen laut Gemeinderat gut, dass diese auch realisiert wird. Demgegenüber gibt er zu bedenken, dass nicht damit gerechnet werden könne, dass das Bundesgericht eine längere Überdeckung anordne. Zudem sei zu befürchten, dass bei einer Gutheissung der Beschwerde das Astra eine 270-Meter-Überdeckung als technisch nicht möglich taxiere. Dies wiederum könnte ein neues Beschwerdeverfahren einleiten und würde zu einer massiven Verzögerung des Baubeginns führen.

Ein weiteres Hinauszögern kann laut Gemeinderat dazu führen, dass Weiningen viel vom Goodwill in der Region verliert, den es bislang genoss. Er empfiehlt deshalb den Verzicht auf die Forderung einer mehr als 100 Meter langen Überdeckung.

Anders beurteilt er die Situation beim Halbanschluss. Er spricht sich dafür aus, dass die Forderung nach einer Verschiebung aufrechterhalten werden soll. Er argumentiert unter anderem damit, dass der Anschluss bei einer Realisierung der 100 Meter langen Überdeckung ohnehin neu konzipiert werden muss. Das Festhalten an der Forderung würde daher nicht zwingend zu einer Verzögerung des Ausbauprojektes führen.

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