Ein für Eschen tödlicher Pilz hat sich in der ganzen Schweiz ausgebreitet und bedroht den Bestand der Bäume. Auch im Limmattal ist das Eschensterben ein grosses Problem. «Wir haben einen hohen Eschenbestand. Die Region ist seit einigen Jahren stark betroffen, rund 90 bis 95 Prozent aller Eschen sind vom Pilz befallen», sagt Revierförster Felix Holenstein. Die Limmattaler Zeitung berichtete bereits im Herbst 2012 über die weit fortgeschrittene Eschenwelke, doch Lösungen sind bisher keine in Sicht. «Die Befürchtungen von damals sind leider eingetroffen», sagt Holenstein.

Im Jungwald ist das Eschensterben besonders problematisch, weil die Baumart dort überdurchschnittlich stark vertreten ist und viele der jungen Eschen eingegangen sind. «Wir müssen die eingegangenen Eschen durch andere Bäume ersetzen», so Holenstein. Auch müssen aus Sicherheitsgründen immer häufiger kranke Bäume entlang von Strassen oder Wegen gefällt werden, weil die infizierten Äste mit der Zeit herunterfallen. Eine weitere Herausforderung des grassierenden Pilzbefalls ist finanzieller Natur. Infizierte, eingegangene Bäume können nur noch als Brennholz verwertet werden und sind nicht brauchbar für die Weiterverarbeitung.

Die Suche nach einer Lösung

Schuld am Eschentriebsterben ist der pathogene Pilz Chalara fraxinea (Eschenwelke), eingeschleppt aus Ostasien. In Europa wurde die Krankheit erstmals in den frühen 1990er-Jahren in Polen und Litauen festgestellt. In der Schweiz trat die Eschenwelke erstmals 2008 im Grossraum Basel auf. Auf der Suche nach Lösungen sind Schweizer Forscher in Zusammenarbeit mit litauischen Wissenschaftlern auf ein Virus gestossen. Damit versuchten sie, den Pilz zu bekämpfen, sagt Reinhard Lässig von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf. «Aber nach derzeitigem Stand scheint er nicht wirksam für die Bekämpfung», fügt er an. Deshalb suche das Forscherteam um Daniel Rigling derzeit in Asien nach anderen Viren, mit denen die Verbreitung des Pilzes gestoppt werden könnte.

Trotz der düsteren Aussicht ist die Esche noch nicht vom Aussterben bedroht, denn eine kleine Minderheit der Bäume ist nicht vom Pilzbefall betroffen. «Gemäss unseren Experten wird es weiterhin Eschen geben, auch wenn es vorübergehend deutlich weniger sein werden», sagt Lässig. Die Gründe dafür, wieso verschiedene Eschen nicht befallen werden, sind allerdings weiterhin nicht bekannt, so Lässig.