Markus Altwegg, der Präsident der Stiftung für das Kunstmuseum Basel, ist vom neuen Direktor angetan, der diese Woche vorgestellt wird. Dass es sich dabei um Josef Helfenstein handelt, wie die «Basler Zeitung» kolportierte, mag er nicht bestätigen. Doch der neue Mann habe «hohe kommunikative Fähigkeiten», die im Bereich der Mittelbeschaffung «einiges bringen» werden.

Für Altwegg ist diese Qualifikation von Bedeutung: Die Stiftung, die er präsidiert, hat sich verpflichtet, jährlich 2,5 Millionen Franken an die ungedeckten Betriebskosten beizusteuern, die mit dem Erweiterungsbau ab kommendem Jahr um rund 5 Millionen Franken steigen werden. Altwegg ist optimistisch.

Es sei «absolut machbar» und bei einem spendenschwachen Jahr verfüge die Stiftung über Reserven, auf die zurückgegriffen werden könne. Wie viele Millionen in dieser Kasse stecken, will Altwegg nicht sagen.

Die Rechnung wird für das Kunstmuseum nur dann ausgeglichen bleiben, wenn es auch zusätzliche Einnahmen generiert. Das Budget, das beim Bauentscheid im Jahr 2009 Gültigkeit hatte, ging von einem jährlichen Mehraufwand von 8,8 Millionen Franken aus, wovon Kanton und Stiftung nur knapp 5 Millionen tragen werden.

Zum einen wird das Personal nun aber um 28 Personen aufgestockt, wie der kaufmännische Direktor Stefan Charles auf Anfrage sagt, zum anderen sind die Kosten für Sonderausstellungen in den vergangenen Jahren massiv gestiegen: Mit den hohen Preisen, die im Kunstmarkt erzielt werden, explodierten die Versicherungskosten, was Ausstellungen, die nicht aus dem eigenen Fundus bestritten werden, äusserst teuer machen.

Angedacht war auch eine Erhöhung der Ticketpreise. Doch Philippe Bischof, Leiter Kultur, erklärt, diese blieben bis auf weiteres unverändert. Die Eintrittspreise würden mit der neuen Direktion diskutiert. Wohl zu keiner Diskussion wird die Subventionserhöhung für das Kunstmuseum führen. Der jährliche Kantonsbeitrag werde sich gemäss Philippe Bischof buchhalterisch um 3,3 Millionen Franken erhöhen. 2,3 Millionen sind für den Betrieb reserviert, rund eine Million Franken beträgt die interne Miete. Diese wird dem Museum verrechnet, fliesst aber wieder in die Immobilienrechnung des Kantons zurück.

Für Bernhard Mendes Bürgi ist die Eröffnung des Hauses im kommenden Frühjahr Höhepunkt und Abschluss seiner Direktorenzeit. Helfenstein, so er denn der neue Direktor sein wird, soll ab 1. September 2016 das Haus aber konsolidieren, dass es auch nach der ersten Euphorie funktionieren wird. Viele Jahre werden ihm nicht bleiben. Bei Amtsantritt wird er 59-jährig sein. Nach gut vier Jahren winkt die Pension – und ein nächster Direktor des Kunstmuseums.